Bibbern für die Wissenschaft

Es gibt, mindestens, 1500 Niederländer, die unser Mitleid verdienen. Sie müssen einen Monat lang kalt duschen. Weil der Arzt und Wissenschaftler Geert Buijze aus Nimwegen nachweisen will, dass kaltes Duschen abhärtet und Warmduscher öfter krank sind als Kaltduscher. Seine Neugier erlaubt es nicht einmal zu warten bis – zum Beispiel – Juli.

So müssen im frostigen Januar 2000 Menschen in und um Nimwegen streng wissenschaftlich duschen. 500 dürfen weiter warm duschen, die anderen müssen sich jeden Tag 30, 60 oder gar 90 Sekunden unter die zehn bis zwölf Grad kalte Dusche stellen – der Heißwasserkran ist extra verplombt.

Angeregt wurde der Arzt zu seinem Experiment durch einen niederländischen Extremsportler, den sie den „Eismann“ nennen, weil er gern mal bei minus 20 Grad einen Marathon läuft (nackig) oder ein paar Stündchen im Eismeer badet – ohne dass seine Körperkerntemperatur deutlich sinkt.

Dies gelingt ihm, weil er eine bestimmte Atem- und Meditationstechnik einsetzt, heißt es. Vermutlich kommt also bei der Studie heraus, dass nicht die kalte Dusche an sich gesünder macht, sondern die Fähigkeit, die kalten Duschen des Alltags in jeder Form gelassen zu ertragen.

Schlimmer wäre ja, es käme heraus, dass wir alle mit 90 Sekunden Kaltdusche am Tag zehn Jahre länger arbeitsfähig wären. Ich bibber schon mal – präventiv.

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