Bei Kanutour in Schwerte geflohen - Von Häftlingen fehlt jede Spur

Heiko Mühlbauer
Bei einer Kanutour auf der Ruhr waren die beiden jugendlichen Häftlinge der JVA Iserlohn geflohen. Ziel der Tour war die Anlegestelle am Kanuverein.
Bei einer Kanutour auf der Ruhr waren die beiden jugendlichen Häftlinge der JVA Iserlohn geflohen. Ziel der Tour war die Anlegestelle am Kanuverein.
Foto: Archivfoto: Bodo Brauer
Von den beiden Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Iserlohn, die am 19. Juni während einer Kanutour auf der Ruhr in Schwerte verschwunden sind, fehlt immer noch jede Spur. Die Flucht der 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen steht nun beim Rechtsausschuss des Landtages auf der Tagesordnung.

Schwerte. Während einer Paddeltour auf der Ruhr in Schwerte sind am 19. Juni zwei Strafgefangene der Justizvollzugsanstalt Iserlohn verschwunden. Bis heute fehlt von den 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen trotz großer Fahndung jegliche Spur. Die Flucht wird nun Thema im Landtag.

Am Mittwochnachmittag stand die Flucht bei der Paddeltour beim Rechtsausschuss des Landtages auf der Tagesordnung. Doch zumindest in der schriftlichen Vorlage für die Parlamentarier steht eindeutig, dass man keine Anhaltspunkte für Fehler der Bediensteten habe.

Wo die beiden Flüchtigen geblieben sind, ist hingegen rätselhaft. "Wir müssen davon ausgehen, dass sie irgendwo Unterschlupf gefunden haben", so der Leiter der Jugendvollzugsanstalt in Iserlohn, Joachim Güttler, auf Anfrage. Denn die beiden Jugendlichen verschwanden in ihrem Sportzeug und vor allem ohne Geld.

Ohne Geld und Kleidung verschwunden

Bevor die beiden abgehauen sind, waren sie schon lange im Lockerungsvollzug. Insgesamt elf Mal hatten sie schon, zum Teil sogar ohne Begleitung, die JVA verlassen. Darunter auch mehrere Male Kanutouren unternommen. Immer verlief alles reibungslos.

Warum sie an jenem 19. Juni während einer Toilettenpause vor Haus Villigst verschwanden, ist immer noch rätselhaft. "Wir gehen davon aus, dass sie sich nicht mehr in der Region befinden", so Anstaltsleiter Güttler. Die beiden stammen aus Ostwestfalen. In der Vorlage für den Landtag wird ausdrücklich betont: "Erkenntnisse über während der Flucht begangene Straftaten liegen nicht vor."