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„Bares für Rares“: Im Interview lüftet Horst Lichter, warum die Sendung so erfolgreich ist

Horst Lichter hat sich den Fragen unserer Redaktion gestellt.
Horst Lichter hat sich den Fragen unserer Redaktion gestellt.
Foto: Frank Hempel / ZDF und Frank Hempel

Essen. Er ist wohl einer der derzeit beliebtesten Moderatoren Deutschlands. Seit fünf Jahren trödelt Horst Lichter im Fernsehen. Am Donnerstagabend sogar zur Primetime. Um 20:15 Uhr sendet das ZDF aus der Drachenburg in Königswinter.

Für DER WESTEN hat sich der 56-jährige Koch und Trödelfan vorab Zeit genommen.

Am Donnerstagabend wird die vierte Ausgabe der „Bares für Rares“-Abendshow ausgestrahlt. Was erwartet uns?

Ohh, das wird super. Wir haben mit der Drachenburg in Königswinter eine Location, die eine Wucht ist. Ein paar Hundert Menschen sind als Zuschauer da. Das macht mir ja besonders Spaß, wenn ich vor denen wieder Spaß machen kann.

Wir haben dieses Mal nicht nur fünf, sondern sieben Händler. Und da sind die bekannten Sturrköpfe dabei (lacht). Die wollen ihr Revier verteidigen und wollen sich natürlich auch keinen Kauf entgehen lassen.

Bei „Bares für Rares“ lege ich viel Wert darauf, dass die Promis echte Dinge zum Verkauf mitbringen. Dass die Geschichte stimmt, dass das vielleicht wirklich aus dem Familienbesitz stammt. Da soll dann auch keine Spende dahinter stecken. Das würden dann ja auch die Händler bezahlen.“

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Wie kommt man als Koch eigentlich zur Trödelshow?

Oh, das fing schon in der Kindheit an. Ich habe als Kind schon mein neues Fahrrad gegen ein altes getauscht. An alten Dingen hängen Geschichten dran, die haben Patina, die haben gelebt und erlebt. Ich hab auch immer alles Alte mit nach Hause geschleppt. Als ich mit zwanzig mein erstes Haus gebaut habe, hatte ich da 20 Mopeds stehen. Mein erstes Restaurant (Oldiethek) war auch ein riesiges Museum. Ich hatte allein 5000 Kaffeekannen da stehen. Die Leute haben mir ihre alten Sachen mitgebracht.

Eines Tages bekam ich dann einen Anruf von einem Redakteur, der mir von der Idee für „Bares für Rares“ erzählt hat. Der wusste, wie verrückt ich bin. Er hat mir nur drei Sätze dazu erzählt, dann hatte er mich. Ich habe auch richtig dafür gekämpft, dass die Sendung schließlich zustande kommt.

Hat Sie der Erfolg überrascht?

Dass das so erfolgreich werden würde, konnte niemand voraussehen. Wer behauptet, er hätte das vorher gewusst, der lügt. Wir haben jeden Tag 25 bis 27 Prozent Marktanteil. Ich bin davon sehr überrascht.

Woran glauben Sie, liegt das?

Das kann ich Ihnen sagen, das liegt an drei Dingen:

1. Wir sind ehrlich und echt!

2. Jeder Fall ist in wenigen Minuten abgeschlossen. Wir haben Komödien, Tragödien, wir haben sogar Krimis dabei. Das gibt es sonst so nicht.

3. Es gibt ja viele Schätzshows, da sieht man dann aber nur, was es wert ist. Bei uns kaufen die Händler wirklich. Und die Dinge sind volksnah. Die hat man wirklich auch im Keller stehen.

Es gab immer mal wieder Fake-Vorwürfe. Wieviel ist denn bei „Bares für Rares“ wirklich echt?

Natürlich haben wir auch Komparsen. Das sind die Leute, die dort im Hintergrund stehen. Aber die Menschen, die ihre Fundstücke schätzen lassen und auf eine Händlerkarte hoffen, die haben sich vorher regulär beworben. Bis zu 500 Menschen können an so einem Schätztag kommen.

Ansonsten geht es so weit, dass die Händler und die Experten sich sogar in verschiedenen Räumen aufhalten müssen. Die kommen zu verschiedenen Zeiten, die haben versetzte Mittagspausen.

Händler dürfen nicht mal durch die Räume gehen, wenn ein Experte da ist. Das alles zu dem Zweck, dass keine Absprachen getroffen werden können.

Wie lange wollen sie noch weitermachen?

Ganz klar, solange es mir noch Freude macht. Wir sind jetzt im fünften Jahr und mir macht es immer noch riesige Freude. Wir sind wie eine Familie. Ich fühle mich in dem Team so wohl. Klar gibt es auch mal Reibereien, aber das wird dann ausdiskutiert.

Würden Sie auch noch einmal hinter den Herd wollen?

Wenn das Format mich anspricht, wieso nicht? Aber nicht mehr in einem Restaurant. Dafür bin ich mittlerweile zu alt. Und zu Hause kocht meine Frau sehr gut.

Gibt es einen Fall, der sie in den fünf Jahren besonders berührt hat?

Ja, da gab es einen Fall: Ein älterer Herr hat seinen Oldtimer verkauft. Einen Borgward Isabella Cabrio (Im Jahr 2014 für 35.000 Euro Anm.d.Red.). Der Herr hat geweint, als es dann zum Verkauf kam. Das war sehr bewegend. Das konnte ich als großer Oldtimer-Fan gut nachvollziehen.

Sie als Trödelfan, juckt es da nicht in den Fingern? Will man da nicht auch selbst kaufen?

Das passiert mir immer wieder, ständig. Ich habe aber ein Agreement mit dem Sender. Ich darf die Sachen kaufen, aber nur von den Händlern. Und die nehmen natürlich den Händleraufschlag.

Mittlerweile habe ich es mir aber selber verboten. Und meine Frau übrigens auch. Am Anfang habe ich schon mal das ein oder andere Teil gekauft. Autoplaketten der 20er und 30er Jahre zum Beispiel. Oder eine alte Porzellanfigur, die war hammermäßig, oder Spielsachen.

 
 

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