Nach Schießerei in Köln: Bandidos ziehen harte Konsequenzen – doch jetzt macht der Polizeipräsident eine klare Ansage

Die Kölner Polizei kämpft mit allen Mitteln gegen kriminelle Rocker-Gruppen. (Symbolbild)
Die Kölner Polizei kämpft mit allen Mitteln gegen kriminelle Rocker-Gruppen. (Symbolbild)
Foto: Montage: DER WESTEN / dpa & FUNKE Fotoservices

Köln. Die Schüsse in der Nähe des Hauptbahnhofs haben die Stadt Köln zu Jahresbeginn nachhaltig erschüttert. Sie sind das Ergebnis eines Streits zwischen den zwischen den berüchtigten Rocker-Gruppierungen von Bandidos und Hells Angels.

Das geht aus den Ermittlungen der Kölner Polizei hervor. Die Antwort der Beamten ließ nicht lange auf sich warten und ging mit aller Härte gegen die Rocker vor.

Bandidos Köln lösen sich auf – Polizeipräsident traut dem Braten nicht

Nicht nur durchsuchten die Beamten das Vereinshaus der Bandidos in Leverkusen. Zivilfahnder nahmen bei der Kontrolle eines Wettbüros in Köln einen 27-Jährigen mit Rockerhintergrund vorläufig fest. Er hatte eine scharfe Schusswaffe dabei.

+++ Rocker-Krieg in Köln eskaliert – Polizei schlägt Alarm: „Hier wird wie im Wilden Westen rumgeballert“ +++

Das Ergebnis der Ermittlungen im Rocker-Milieu: Die Kölner Ortsgruppe der Bandidos gab ihre Auflösung bekannt – und rief dazu sogar persönlich bei der Polizei an. Man wolle „da ein bisschen Ruhe“ reinkriegen, sagte der Bandidos-Sprecher „Micha“, der für die rund 60 deutschen Chapter der berüchtigten Rockergruppe spricht.

Doch davon will sich Uwe Jacob „nicht blenden lassen“. Der Kölner Polizeipräsident machte den Rockern jetzt eine klare Ansage.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Frau lädt 26-Jährigen zu Sex-Treffen in Köln – doch sie ist nicht allein! Das hat fatale Folgen

Nach Ärger um Dortmunder Tatort: Skurriles historisches Schreiben zeigt unglaubliche Parallele in Gelsenkirchen

• Top-News des Tages:

Schnee und Glätte in NRW: Autos in Bochum schlittern über die Straße +++ Zahlreiche Unfälle am Morgen

Nächster Abou-Chaker geht Ermittlern ins Netz – war auch er am Bushido-Komplott beteiligt?

-------------------------------------

Die Akteure sind nach wie vor in der Stadt und deshalb machen wir weiter. Es geht um mehr als nur die offenen Auseinandersetzungen. Wir haben die Geschäfte der Kriminellen, die sich im Namen der Rockerclubs und mit deren Schutz in der Stadt breit machen, im Visier“, teilte Jacob am Mittwoch mit.

Man wolle alles dafür tun, „damit den Rockern kein Freiraum für kriminelle Machenschaften, für Geschäfte und gefährliche Auseinandersetzungen bleibt“, so der Polizeipräsident.

Darum geht es bei dem Streit zwischen Bandidos und Hells Angels

Hintergrund des eskalierenden Streits: Die Bandidos dominieren in Nordrhein-Westfalen das Ruhrgebiet, in den Rheinmetropolen haben eher die Hells Angels das Sagen. Der Kölner Polizei zufolge hatten die Bandidos versucht, die aktuelle vermeintliche Schwäche der Höllenengel auszunutzen.

Ungefähr jeweils 50 Leute hätten Bandidos und Hells Angels in Köln in Stellung gebracht. Dahinter steckten wirtschaftliche Interessen. Es gehe um die Türsteher-Szene, um Shisha-Bars und Drogenhandel.

Polizei Köln geht hart gegen Rocker vor

Die Polizei habe nun intensiv im Rocker-Milieu ermittelt, ergänzte Kripochef Klaus-Stephan Becker. „Wir haben in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei bisher mehr als 400 Fahrzeuge sowie 13 Gaststätten, die als Szenentreffpunkte bekannt sind, durchsucht und außerdem rund 600 Personen kontrolliert“, so Becker.

Dabei wurden mehrere Waffen, darunter eine Walther PPK, Autos, Drogen und jede Menge Bargeld sichergestellt. Insgesamt wurden 29 Strafanzeigen erstellt und 27 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. (mit dpa)

 
 

EURE FAVORITEN