Aufregung um Problemhäuser in Marxloh

Duisburg..  Die Stadt Duisburg ist wegen der Räumung von mehreren Problemhäusern in Marxloh in die Kritik geraten, gegen die sie sich wehrt. Augenzeugen hatten berichtet, dass betroffene Rumänen spätabends mit ihren Kindern vor die Tür gesetzt worden seien. Dem widersprach gestern Oberbürgermeister Sören Link: „Es stimmt nicht, dass Menschen auf die Straße gesetzt werden.“ Den Familien seien Ersatzunterkünfte angeboten worden, die sie aber nicht nutzten. Die Häuser sind wegen „gravierende Brandschutzmängel“ geräumt worden. Die Stadt hat aktuell 86 Problemimmobilien im Blick. In ihnen leben zumeist Menschen aus Südosteuropa zu überhöhten Mietpreisen und unter oft „unzumutbaren“ Bedingungen, so der OB. Derzeit sind in Duisburg etwa 8800 Rumänen und 8100 Bulgaren gemeldet. Seit 2014 kümmert sich eine Task-Force mit Mitarbeitern des Ordnungs- und Gesundheitsamtes, der Stadtwerke, Feuerwehr und Polizei um die Schrottimmobilien. Die Vermieter werden aufgefordert, die Mängel zu beseitigen. Passiert dies nicht, folgt die Räumung.

In den jetzt versiegelten Häusern habe es eine akute Brandgefahr gegeben. Der Strom wurde illegal abgezapft, ein von den Stadtwerken verplombter Stromkasten sei aufgemacht worden, eine Gabel ersetzte eine Sicherung. Zudem seien alle Türen in den Mehrfamilienhäusern kaputt gewesen. Ein mögliches Feuer hätte sich schnell ausgebreitet. „In vier Wohnungen mit je 80 Quadratmetern sind 60 Personen gemeldet, das sind fünf Quadratmeter pro Bewohner, einem Schäferhund stehen zehn Quadratmeter zu“, sagt Duisburgs Rechtsdezernentin Daniela Lesmeister, die in diesen Fällen gar nicht mehr von „Wohnen“ sprechen will. „30 Ratten sind uns über die Füße gesprungen. Man kann es sich nicht vorstellen, wie diese Menschen leben.“ Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht stützt die Auffassung der Stadt. Eilanträge gegen die Räumungen wurden abgelehnt.

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