Auffallende Häufung von Krebs-Fällen an Kamener Gymnasium

Nach einer Häufung von Krebs-Diagnosen bei Lehrern und Angestellten des Kamener Gymnasium wird die Schule nun zeitnah auf mögliche Schadstoffbelastungen untersucht. (Archivbild)
Nach einer Häufung von Krebs-Diagnosen bei Lehrern und Angestellten des Kamener Gymnasium wird die Schule nun zeitnah auf mögliche Schadstoffbelastungen untersucht. (Archivbild)
Foto: Walter Buchholz
Wegen einer ungewöhnlichen Häufung von Krebs-Erkrankungen im Gymnasium Kamen, soll das Gebäude jetzt auf mögliche Schadstoffbelastungen untersucht werden. Der Schulunterricht für die insgesamt fast 1100 Schülerinnen und Schüler soll währenddessen uneingeschränkt weitergehen.

Kamen.. Am Kamener Gymnasium gab es über die letzten Jahre eine Häufung von Krebs-Diagnosen mit teils tödlichem Krankheitsverlauf innerhalb des Kollegiums. Die Schule will ausschließen, dass die Ursachen der Erkrankung in Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz stehen. Nun wird das Schulgelände auf Schadstoffe untersucht.

Seit 2008 haben insgesamt acht Mitarbeiter (sieben Lehrer, eine Bibliothekarin) des Städtischen Gymnasiums Kamen die bittere Diagnose Krebs erhalten. Für zwei Personen endete der Krankheitsverlauf in den Jahren 2009 und 2010 sogar tödlich.

Weil im bisherigen Jahr erneut drei Personen an Krebs erkrankten, hat die Schule in Abstimmung mit der Stadtverwaltung und dem Gesundheitsamt des Kreis Unna veranlasst, dass das Schulgelände zeitnah vom zuständigen Unternehmen, dem Berufsgenossenschaftlichen Arbeitsmedizinischen Dienst (BAD), auf mögliche Schadstoffbelastungen untersucht wird.

Schulleiter sieht keinen Anlass zur Hysterie

Dennoch gibt es laut Georg Gahlen, dem Schulleiter des Gymnasiums, keinerlei Anlass für eine Hysterie. „Ich gehe davon aus, dass das Gymnasium schadstoffrei ist“, so Gahlen im Gespräch mit unserem Portal, „dennoch muss ausgeschlossen werden können, dass unsere Schule in Verbindung mit den Krebs-Erkranungen steht.“ Selbstverständlich stehe die Sicherheit von Schülern, Lehrern und Angestellten im Vordergrund.

Oberlandesgericht Laut Gahlen sind jährliche Begehungen durch Kontrolleure der Stadt vorgeschrieben, bei denen es seit den letzten größeren Umbaumaßnahmen Ende der Neunziger Jahre nie Anlass zur Sorge gegeben habe. Damals wurden in zwei Fällen kleinere Auffälligkeiten mit Asbest beanstandet, die aber beide fachgerecht beseitigt worden seien. Des Weiteren würden laut Gahlen, der seit 2003 als Schulleiter in Kamen fungiert, schon lange keine schadstoffhaltigen Stoffe mehr verwendet. Außerdem seien Handwerker und Malermeister für den Einsatz von bedenkenlos verwendbaren Materialien sensibilisiert.

Untersuchung ist reine Vorsichtsmaßnahme

Gahlen betonte, dass der Einsatz des BADs eine reine Vorsichtmaßnahme auf Initiative der Schule sei. Weder Schüler, Lehrer noch Eltern seien aufgrund gesundheitlicher Auffälligkeiten in Verbindung mit der Schule auf die Verantwortlichen zugegangen.

Der Schulbetrieb an dem Gymnasium mit 1081 Schülern, 81 Lehrern und zehn Referendaren wird zunächst uneingeschränkt weitergehen. Für eine etwaige Schließung von Räumlichkeiten gäbe es keinerlei Anlass.

 
 

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