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EM 2012

Auch Feuerwehrleute dürfen das EM-Halbfinale schauen

28.06.2012 | 17:28 Uhr
Auch Feuerwehrleute dürfen das EM-Halbfinale schauen
In wenige Stunden kämpft die Deutsche Nationalmannschaft im Spiel gegen Italien um den Einzug ins EM-Finale. Foto: dapd

Essen.  Nur noch wenige Stunden bis zum Anpfiff. Nicht alle Fußballfans können das Spiel Deutschland gegen Italien auf dem Heimfernseher oder beim Public Viewing sehen. Aber auch wer arbeiten muss hat meist die Chance, das Spiel nebenbei zu verfolgen.

Aufgeregt fiebert Deutschland dem Halbfinale entgegen. Im Spiel gegen Italien entscheidet sich heute, ob wir ins EM-Finale gegen Spanien ziehen oder nach Hause fahren. Fußballfans wollen sich dieses wichtige Spiel heute Abend garantiert nicht entgehen lassen. Dem ein oder anderen grätscht aber der Job zwischen Public-Viewing und Heimfernseher. So ganz müssen die meisten aber nicht auf das Spiel verzichten.

"Wenns brennt, dann brennts. Und wenn nicht, dann gucken wir Fußball“, freut sich Mike Filzen, Pressesprecher der Essener Feuerwehr. „Der Dienst hat um 13 Uhr begonnen und geht 24 Stunden. Ab 17 Uhr ist Bereitschaft. Wenn die Einsatzlage es zulässt, gucken wir das Spiel."  Dabei kommt auch ein bisschen Public-Viewing-Stimmung auf. "Je nach Wache sitzen fünf bis 20 Leute zusammen, der ein oder andere wird auch ein Trikot an haben.“

Polizei bei Fußballspielen voll im Einsatz

Weniger feierlich ist die Stimmung bei der Polizei in Oberhausen."Wir sind bei Fußball voll im Einsatz", erzählt Pressesprecherin Monika Friske. Einige Kollegen haben heute einen langen Tag. "Die um halb acht angefangen haben, werden um 17 Uhr in den Einsatz „Fußball“ eingebunden."

Während des Spiels sorgen die Polizisten dafür, dass es beim Public Viewing friedlich zugeht und der Verkehr geregelt läuft. Feierabend ist erst, wenn alles vorbei ist. Vom Spiel selbst, bekommen die Polizisten wenig mit. Da haben es die Beamten, die auf der Wache bleiben, besser. "Diejenigen, die noch im Büro sind, können Radio hören. In einigen Dienststellen gibt es auch Fernseher."

Auf einen Fernseher müssen die Mitarbeiter der Aral-Tankstelle an der Schaphusstraße in Dortmund Mengede verzichten. "Das liegt daran, dass wir nur GEZ-Gebühren für Radio zahlen", erklärt Tankstelleninhaber André Berg. Immerhin dürfen die Mitarbeiter das Spiel während der Arbeitszeit hören. "Die müssen natürlich schon immer den Kunden im Fokus behalten", sagt Berg. "Aber ich denke, wenn ein Kunde rein kommt und da wird gerade gebrüllt, weil ein Tor fällt, werden die schon Verständnis dafür haben."

Bus- und Bahnfahrer bekommen Spielstand per Funk

Ganz auf Radio und Fernseher verzichten, müssen Bus- und Bahnfahrer. "Radio hören ist gesetzlich verboten", erklärt Bogestra-Pressesprecherin Petra Bönnemann. Und während der Fahrt fernsehen? Die Frage beantworte sich von selbst. "Die Fahrer können aber in den Pausen das Spiel in den Aufenthaltsräumen sehen."

Während der Fahrt können sich die Bus- und Bahnfahrer den Spielstand per Funk von der Leitstelle durchgeben lassen. So machen es auch die Stadtwerke in Oberhausen. "Wenn ein Tor fällt bekommen die Busfahrer eine Durchsage. Und auch das Endergebnis wird ihnen mitgeteilt", sagt Stefanie Rompel, stellvertretende Pressesprecherin der Stoag.

Zum Viertelfinale durften Bochumer Opel-Mitarbeiter ihre Schicht früher beenden.Foto: dapd

Die Arbeitgeber gehen recht locker mit der Fußball-EM und bringen relativ viel Verständnis für Fußballfans auf. Opel hat zum Viertelfinale sogar Schichten gekürzt. Im Werk in Rüsselsheim durften die Mitarbeiter die Spätschicht bereits um 19 statt um 21 Uhr beenden und in Bochum war die mittlere Schicht um 21.22 statt um 22 Uhr zu Ende.

Zum Halbfinale wurde aber keine Sonderregelung getroffen, sagt Alexander Bazio, Sprecher des Bochumer Opel-Werks. "Wir produzieren ganz normal weiter. Bis halb zehn geht die Spätschicht. Um elf beginnt die Nachtschicht. Die Mitarbeiter können Radio hören, da, wo es nicht stört. Fernsehen haben wir nicht."

Fußball im Patientenzimmer

Im Klinikum der Stadt Soest sind Sonderregelungen, wie sie Opel zum vergangenem Deutschlandspiel hatte, unmöglich. "Wir können ja nicht die medizinische Versorgung unterbrechen", sagt Pressesprecher Frank Beilenhoff. Den Spielstand könnten die Mitarbeiter des Klinikums aber nebenbei mitbekommen. "

Es ist davon auszugehen, dass die Patienten auf den Zimmern selber gucken. Wenn man dann ins Zimmer kommt und schaut, ob alles in Ordnung ist, bekommt man auch ein bisschen mit." In der Regel hätten die Stationsmitarbeiter auch einen Fernseher im Zimmer stehen, auf dem sie das Spiel nebenbei verfolgen können, sagt Beilenhoff.

Wie viel Fußball während der Arbeitszeit erlaubt ist, entscheidet der Arbeitgeber. Das Prinzip bringt Beilenhoff auf den Punkt: "Erlaubt ist alles, was die Arbeit nicht beeinträchtigt."

Brinja Bormann


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