Armin Laschet: Bericht wirft ihm Lüge über Heinsberg-Studie vor – doch jetzt könnte alles anders kommen

Armin Laschet
Armin Laschet
Foto: dpa

Einem Bericht des ARD-Magazins „Kontraste“ zufolge hat sich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit einer Lüge zum Thema Heinsberg-Studie belastet. Nun hat der Focus allerdings Recherchen angestellt, die diese Theorie widerlegen sollen.

Laut dem ARD-Magazin „Kontraste“ hat Armin Laschet mehrfach die Frage verneint, ob er von der Zusammenarbeit einer Berliner PR-Agentur mit dem Bonner Virologen Hendrick Streeck gewusst habe.

Armin Laschet soll gelogen haben im Bezug auf die Heinsberg-Studie – oder doch nicht?

Dieser Virologe ist maßgeblich für die sogenannte Heinsberg-Studie verantwortlich, welche oft von Befürwortern der Lockerungen angeführt worden ist.

Wie „Kontraste“ berichtet, seien die NRW-Landesregierung - und somit auch Armin Laschet - bereits frühzeitig über die Zusammenarbeit informiert worden. Die Landesregierung teilte mit, dies sei zum „Auftakt der entsprechenden Facebook-Seite „Heinsbergprotokoll“geschehen.“ Die Seite war am 3. April erstellt worden, ein erster Post datiert auf den 6. April, berichtet „Kontraste“.

Kurz nach der Veröffentlichung der Seite sei Laschet auf einer Pressekonferenz gefragt worden, ob er wisse, dass die Berliner Agentur mit dem Virologen zusammenarbeite und ob in der durch das Land finanzierten Studie auch die mediale Begleitung durch die PR-Agentur inbegriffen sei. „Wer wie wen berät bei dieser großen Öffentlichkeitsarbeit, die da ja im Moment wohl weltweit da ist, entzieht sich der Kenntnis des Landes“, soll Laschet gesagt haben.

Medienberichten zufolge seien Zitate aus Kontext gerissen

Jetzt will das Magazin Focus allerdings recherchiert haben, dass unter anderem dieses Zitat aus dem Kontext gerissen worden sein soll. Demnach soll der Ministerpräsident wenige Tage nach der Veröffentlichung der Facebook-Seite bei der besagten Pressekonferenz nur gesagt haben: „Wer wie wen berät bei dieser großen Öffentlichkeitsarbeit, die da ja im Moment wohl weltweit da ist, entzieht sich der Kenntnis des Landes“.

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Zuvor habe er ein deutliches „Nein“ geantwortet und auch klar gemacht, dass das Land keine PR bezahle. Das ARD-Magazin habe diesen Kontext laut Focus weggelassen.

Desweiteren soll „Kontraste“ noch weitere Statements des Ministerpräsidenten aus dem Kontext gerissen und ihn so des Lügens bezichtigt haben, berichtet Focus.

Virologe Christian Drosten äußert sich kritisch über Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit der Berliner Agentur hatte auch der andere bekannte Virologe Deutschlands, Christian Drosten, in einem Interview mit der SZ kommentiert: „Ich finde das alles total unglücklich - und ich finde es noch schlimmer, wenn ich dann den Bericht im Wirtschaftsmagazin Capital darüber lese, dass diese PR-Firma Geld bei Industriepartnern eingesammelt hat, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Da geht es auch um ein internes Dokument, demzufolge Tweets und Aussagen des Studienleiters Hendrik Streeck in Talkshows schon wörtlich vorgefasst waren. Da weiß ich einfach nicht mehr, was ich noch denken soll. Das hat mit guter wissenschaftlicher Praxis nichts mehr zu tun.“

Der Deutsche Rat der Public Relations untersucht die Zusammenarbeit nun auf mögliche Verstöße gegen das Transparenzangebot im Branchenkodex, berichtet die SZ.

Was nun genau an den Vorwürfen dran ist, dürfte in diesem Zusammenhang ebenfalls untersucht werden. (red)

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Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels hieß es fälschlicherweise, das ARD-Magazin „Kontraste“ habe berichtet, dass die NRW-Landesregierung - und somit auch Armin Laschet - frühzeitig, und zwar bevor eine Facebook-Seite ins Leben gerufen worden war, über die Zusammenarbeit informiert worden sei. Diese Aussage wurde im Artikel bereits korrigiert, da sie in Bezug auf den Zeitpunkt der Erstellung der Facebook-Seite nicht von „Kontraste“ getätigt wurde.

 
 

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