Apple geht gegen kleinen NRW-Verein vor – wegen dieses Logos

Foto: imago images / ZUMA Press

Wachtberg. Ein Apfel samt Blatt – an welches Logo denkst du da zuerst? Wahrscheinlich an das Riesen-Unternehmen Apple. Wohl eher weniger an den kleinen NRW-Verein „Rhein Voreifel Touristik“ (RVT) zwischen Köln und Bonn.

Der möchte am 19. Mai die 120 Kilometer lange Apfelroute, ein Radwanderweg, eröffnen. Für den Weg entlang der größten Obst- und Gemüseanbauregion NRWs hat RVT extra ein Logo entwickeln lassen. Ein abstrahierter Apfel mit grünem Ball in dessen Mitte das Wort „Apfelroute“ steht.

------------------------------------

• Mehr Themen aus der Region:

Tierfotograf macht Schnappschuss von Fuchs: Vor seinen Augen passiert Grausames

Hunde-Drama am Niederrhein: Halter tritt fremden Bordercollie-Mix tot

• Top-News des Tages:

„heute journal“ im ZDF: Claus Kleber verändert Detail – doch keinem fällt es auf

Bielefeld: Schock im Tierpark – Wisent erschossen, Besucher entsetzt

-------------------------------------

Apple geht gegen kleinen NRW-Verein vor

Für Apple offensichtlich ein Affront: Nachdem Verein das Logo 2018 beim Deutschen Patent und Markenamt (DPMA) für verschiedene Waren- und Dienstleistungsklassen eingetragen lassen hat, meldete das amerikanische Unternehmen kurze Zeit später Widerspruch.

Ende Februar erhält RVT dann Post. Es würde zahlreiche Assoziationen mit dem Logo des Computerherstellers hervorrufen.

RVT-Geschäftsführerin Eva Konrath erklärt: „Die Öffnung des Apfelrouten-Logos nach rechts, das abstrahierte grüne Blatt, das Wortelement „Apfelroute“ sowie ein hohes Maß an klanglicher und schriftbildlicher Ähnlichkeit sind nur einige der Begründungen, die als Grundlage für den Widerspruch (...) aufgeführt wurden.“

Zuerst habe Konrath das Schreiben für ein Scherz gehalten. Doch schnell merkt sie: Apple meint es ernst.

Rhein Voreifel Touristik entscheidet sich gegen einen Prozess

Konrath schaltet einen Markenrechtsanwalt ein. Der glaubt sogar, sollte es zum Prozess kommen, dass der kleine Verein eine Chance hätte, zu gewinnen. Doch: „Wir wollen gar nicht vor Gericht ziehen“, betont die RVT-Vorsitzende. Zum einen sei das finanzielle Risiko viel zu hoch, zum anderen wird das Projekt durch EU-Gelder gefördert. Daher müssten Fristen eingehalten werden, sonst wird der Geldhahn schnell zugedreht.

Stattdessen gibt der Verein eine Abgrenzungserklärung ab, die besagt, dass ausschließlich Bezug „(...) auf einen Fahrradwanderweg durch die Apfelbauregion Rhein-Voreifel (...)“ genommen werden darf. Damit, so hofft Konrath, ist die Angelegenheit hoffentlich erledigt.

Auf der anderen Seite muss sie zugeben, dass nun einige Menschen aus der Region auf die Route aufmerksam geworden sind.

 
 

EURE FAVORITEN