Nach der Amokfahrt an Silvester in Bottrop und Essen auf ausländisch aussehende Menschen haben sich nun weitere Geschädigte gemeldet. Demnach soll der Amokfahrer Andreas N. auch in Oberhausen in eine Menschenmenge gefahren sein. Schwer verletzt wurde dort zum Glück niemand.
Darüber berichtet der WDR. Der Anwalt des beschuldigten 50-jährigen Fahrers gab an, dass sich mehrere Zeugen bei den Ermittlern gemeldet hätten.
Anschlag an Silvester in Bottrop und Essen: Amokfahrer fuhr auch in Oberhausen in Menschenmengen
Mittlerweile sitzt der mutmaßliche Täter nicht mehr wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Er wurde in eine Psychiatrie eingewiesen. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Essen am Dienstag mit. Ein Psychiater habe ihn als zur Tatzeit mindestens erheblich vermindert schuldfähig eingestuft.
Mutmaßlicher Täter wurde in eine Psychiatrie eingewiesen
Auch eine Schuldunfähigkeit könne nicht ausgeschlossen werden. Deswegen habe das Amtsgericht Essen den Haftbefehl in einen vorläufigen Unterbringungsbefehl umgewandelt. Der Mann soll bereits in der Vergangenheit wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein.
------------------------------------
• Mehr Themen:
Anschlag von Bottrop und Essen – Experte: „Die Polizei hätte es nicht verhindern können“
• Top-News des Tages:
Gruppenvergewaltigung in Velbert: Auch letzter Täter (15) verurteilt – das ist seine Strafe
-------------------------------------
Der 50-Jährige hatte mit seinem Auto in Essen und Bottrop acht Menschen angefahren und verletzt. Er soll seinen Wagen in der Silvesternacht mehrfach in Gruppen feiernder Menschen gesteuert haben. Die meisten Verletzten kommen aus Syrien und Afghanistan. Alle haben ausländische Wurzeln. Erste Aussagen des Mannes hatten auf Rassismus als Tatmotiv hingewiesen. Er soll mit seinem Auto gezielt Jagd auf Menschen gemacht haben, die er für Ausländer hielt. Unter den Verletzten waren mehrere Kinder.
+++Nach Amokfahrt von Bottrop und Essen in Silvesternacht – so stehen die Ermittlungen+++
Der nordrhein-westfälische Landtag hat jetzt deswegen zu einem noch stärkeren Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus aufgerufen. Einem entsprechenden Antrag von SPD und Grünen schlossen sich am Mittwoch auch die Regierungsfraktionen von CDU und FDP an. Die AfD stimmte dagegen.
„Einen Pakt gegen die rechte Gewalt schließen“
Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte: „Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus haben in NRW keinen Millimeter Platz.“ SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty sagte: „Lassen Sie uns einen Pakt gegen die rechte Gewalt, gegen rechten Terror, gegen die rechte Bedrohung insgesamt schließen.“
Mehrfach Anschläge von psychisch auffälligen Menschen in den letzten Jahren
In den vergangenen Jahren seien mehrfach Anschläge von psychisch auffälligen Menschen verübt worden, die islamistische oder rechtsextreme Motive genannt hätten, heißt es in dem Landtagsbeschluss. Eine Relativierung der Taten durch Verweis auf psychische Erkrankungen verbiete sich jedoch, sagte die innenpolitische Grünen-Sprecherin Verena Schäffer.
Der Hass der Täter werde auch durch die Radikalisierung der Gesellschaft genährt. Die Gewalt gegen Flüchtlinge gehe auch auf Täter zurück, die weder der rechtsextremen Szene angehörten noch polizeibekannt gewesen seien. (js mit dpa)