Aktenzeichen XY: Neue Technik könnte diesen bestialischen Folter-Mord in NRW aufklären

Die Polizei hofft durch Aktenzeichen XY auf neue Hinweise zu einem ungeklärten Mord.
Die Polizei hofft durch Aktenzeichen XY auf neue Hinweise zu einem ungeklärten Mord.
Foto: dpa, Polizei Krefeld

Rheurdt-Schaephuysen. Der Fall ist fast 23 Jahre alt: Am 8. Dezember 1996 wurde in Rheurdt-Schaephuysen (Kreis Kleve) zwischen Venlo und Duisburg eine männliche Leiche gefunden. Weder die Identität noch die Tatumstände konnten damals aufgeklärt werden. Bei Aktenzeichen XY wird der Fall nun wieder zum Thema.

Der Tote lag damals schon länger in der stillgelegten Kiesgrube, viele Schläge gegen seinen Körper führten zu seinem Tod. Er wurde „regelrecht gefoltert“, sagt Gerhard Hoppmann von der Polizei Krefeld bei Aktenzeichen XY.

Es gab Anhaltspunkte dafür, dass der Mann aus Polen oder einem anderen osteuropäischen Land stammen könnte. Der Kreis Kleve ist in diesem Bereich vom Garten- und Landschaftsbau geprägt, in dem viele Erntehelfer aus Osteuropa arbeiten.

Aktenzeichen XY soll Hinweise zu Identität von Totem geben

Der Fall aus dem Kreis Kleve wurde damals zum Cold Case, da es keine neuen Spuren gab. Hinweise, die die Beamten nach Polen führten, erwiesen sich als falsch. Schon 1997 hatte Aktenzeichen XY über den Fall berichtet, um zunächst einmal Hinweise zur Identität zu erhalten. Die Ermittler blieben im Dunkeln.

Doch über 22 Jahre später rollt die Polizei Krefeld den Fall wieder auf. Dank moderner Computertechnik konnte die Polizei nun ein Bild erstellen, das zeigt, wie der Tote damals ausgesehen haben könnte. Das Bild wurde bereits im April veröffentlicht.

Nachdem die Polizei die Bilder veröffentlicht hatte, meldeten sich Rettungssanitäter bei den Ermittlern. Sie teilten mit, dass es nur wenige Kilometer von dem Fundort der Leiche einen tödlichen Unfall gegeben hatte, bei dem zwei Polen gegen eine Baum gefahren waren.

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Möglicherweise steckt ein Streit unter Polen hinter der Gewalttat.

Durch Aktenzeichen XY hofft die Polizei nun auf neue Hinweise auf die Identität des Toten. Erst dann könne auch die Ermittlung zu den Tätern fortgeführt werden, erklärt Hoppmann.

So soll das Opfer ausgesehen haben:

  • Zwischen 35 und 50 Jahre alt
  • Etwa 1,70 Meter groß mit Schuhgröße 40/41
  • Gewicht 76 Kilogramm bei mittelkräftigem Körperbau
  • dunkelbraune, gegebenenfalls leicht gelockte Haare, im Bereich der Schläfen grau durchsetzt
  • Mittel-blonder Oberlippenbart, an Kinn und Wangen ein sog. "Dreitagebart"
  • größere ältere Narbe am rechten Unterschenkel

Während Sendung gehen zahlreiche Hinweise ein

Während der Aktenzeichen-XY-Sendung gingen sowohl bei der Kripo Krefeld als auch im Aufnahmestudio zahlreiche Hinweise ein.

Alfred Hettmer vom LKA München: „Einige Anrufer glauben, dass sie den Mann kennen und konnten uns auch konkrete Namen nennen.“

Eine Zuschauerin habe angegeben, dass sie den Mann in einem Krankenhaus bereits einmal behandelt hatte. Ein anderer sei sich ziemlich sicher, dass er im November oder Dezember 1996, also kurz vor der Tat, von diesem Mann noch einen BMW gekauft hat.

„Und dann hat ein Zuschauer noch mitgeteilt, dass er etwa eine Woche vor dem Auffinden der Leiche, also etwa zu der Zeit, als er abgelegt wurde, am Fundort einen Audi 80 oder einen Audi 100 in der Farbe rot gesehen hat. Es war aber nachts, man muss ein bisschen vorsichtig sein, da es dunkel war“, so Hettmer.

Polizei ermittelt weiter

Nun müsse abgewartet werden, was die Ermittlungen der Kripo in Krefeld ergeben.

Die Polizei werde nun mit den Hinweisgebern Kontakt aufnehmen und dann konkret überprüfen, ob die genannten Namen und Adressen einen Zusammenhang haben können.

Wenn auch du Hinweise geben kannst, bittet dich die Polizei, dich unter 02151-6340 oder hinweise.krefeld@polizei.nrw.de zu melden.

 
 

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