Kommunalwahl NRW: AfD wirbt mit „deutscher Leitkultur“ – doch das geht in die Hose

Die AfD will für die „deutsche Leitkultur“ einstehen.
Die AfD will für die „deutsche Leitkultur“ einstehen.
Foto: dpa/Armin Weigel

Wahlkampf mit dem Begriff „deutsche Leitkultur“ wollten schon so einige Parteien machen. Vor der Kommunalwahl in NRW bedient sich auch die Alternative für Deutschland an diesem politischen Kampfbegriff.

Doch das geht für die AfD ziemlich in die Hose...

AfD-Werbung vor der Kommunalwahl in NRW: Dieses Model hat Spaß mit Flaggen

Ein Wahlaufruf der AfD zur NRW-Kommunalwahl: Eine junge Frau lächelt in die Kamera. Sie hält ein Deutschland-Fähnchen in der Hand. Darunter steht: „Für unsere Leute in NRW. Leitkultur statt Multi-Kulti.“

Sehen die Wähler hier also eine deutsche Patriotin, die für die AfD die Deutschland-Fahne schwingt?

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Wohl nein, denn EU-Parlamentarier Martin Sonneborn und seine „Die Partei“ decken auf, dass sich die AfD wohl einen peinlichen Patzer erlaubt hat. Der Satiriker Sonneborn teilte einen Facebook-Beitrag der PARTEI-Ortsgruppe Mönchengladbach.

Die Ortsgruppe hat die junge Dame bei der Bildagentur shutterstock wiedergefunden. Das Model, das wahrscheinlich gar nicht aus Deutschland stammt, schwingt hier auch für den Fotografen ein US-Fähnchen. Gut, da Donald Trump derzeit US-Präsident ist, dürften das vielleicht einige AfD-Anhänger noch akzeptieren. Doch dann wird es richtig bitter: Auf diesem Bild präsentiert sie ebenso lächelnd eine EU-Fahne. Ziemlich Multi-Kulti!

Und die junge Dame hat nicht nur Spaß mit Flaggen, auch eine Gurke präsentiert sie grinsend. Ob es sich hierbei um eine deutsche Spreewälder Gurke handelt, ist unbekannt.

Die Partei spottet über AfD: „Dafür, dass ihr Vertreter einer schweigenden Mehrheit sein wollt...“

Die Satiriker der PARTEI spotten: „Dafür, dass ihr Vertreter einer schweigenden Mehrheit sein wollt, habt ihr es wohl sehr schwer, normale Menschen für eure Wahlwerbung zu finden.“ Stattdessen habe die Partei auf „auf günstige Stockfotos von Models aus dem Ausland“ zurückgegriffen.

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Mehr über die AfD:

  • Die Partei wurde 2013 als EU-kritische und rechtsliberale Partei gegründet.
  • Partei-Mitbegründer Bernd Lucke trat 2015 aus der Partei aus, als diese immer weiter nach rechts rückte.
  • Auch seine damalige Rivalin und Nachfolgerin als Parteivorsitzende, Frauke Petry, knickte zwei Jahre später ein und verließ die Partei.
  • Aktuell gibt es einen innerparteilichen Kampf zwischen einem rechtskonservativen und einem völkisch-nationalistischen Parteiflügel um die Vorherrschaft.
  • Mittlerweile ist die AfD in allen deutschen Landesparlamenten vertreten. Im Bundestag stellt sie nach CDU/CSU und SPD die drittgrößte Fraktion.

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Der EU-Abgeordnete und TV-Promi Martin Sonneborn teilt diesen Beitrag nur zu gerne, versehen mit einem schelmischen: „Hihihi, AfD...“ (mag)

 
 

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