AfD-Eklat in Münster: Jüdische Gemeinde kritisiert AfD - dann wird es übel

Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch hatte mit einem Tweet gegen die Kölner Polizei provoziert. Der Post war auch der Anlass für einen politischen Streit in Münster.
Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch hatte mit einem Tweet gegen die Kölner Polizei provoziert. Der Post war auch der Anlass für einen politischen Streit in Münster.
Foto: dpa/Montage: Der Westen
  • Sharon Fehr ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Münster
  • Auf Facebook kritisierte er einen umstrittenen Tweet der AfD-Vizevorsitzenden Beatrix von Storch
  • Die AfD keilte heftig zurück - mit bedenkenswerter Wortwahl

Münster. Die Münsteraner AfD hat für einen handfesten Skandal gesorgt. Anlass war ein Facebook-Kommentar von Sharon Fehr, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Münster. Der hatte die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch kritisiert.

Storch wetterte an Neujahr gegen die Kölner Polizei, weil die einen Tweet auf Arabisch abgesetzt hatte: „Meinen Sie, die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden so zu besänftigen?“ Das ging Sharon Fehr offenbar zu weit.

Jüdische Gemeinde kritisiert Beatrix von Storch

In einem Facebook-Post kritisierte er Storchs Äußerungen als „widerlich“ und „zügellos“. „Scheinbar steckt die AfD immer noch Anti-Islam-Kurs ihres verächtlichen Bundestagswahlkampf fest – nichts anderes hat sie auch nicht zu bieten“, so Fehr.

Die AfD Ortsgruppe Münster antwortete darauf mit einem Rückgriff auf alte Vorurteile: „Es wäre wahrscheinlich auch zu viel verlangt von Ihnen zu erwarten, dass Sie die große Sorge um unser deutsches Vaterland mit uns teilen! ... Schauen Sie ruhig weiter weg, aber wahrscheinlich genießen Sie den schleichenden Verfall eines Landes welches Sie verachten!“ Gezeichnet war der Post mit dem Namen des AfD-Ratsherren Martin Schiller.

Rückgriff auf nationalsozialistische Ideen?

Auch die Nationalsozialisten warfen den Juden vor, Deutschland zerstören zu wollen, auf den Untergang des Landes hinzuarbeiten. Packte Schiller also diesen alten Vorwurf aus, weil Fehr Jude ist?

„Mir Antisemitismus vorzuwerfen ist eine billige Nummer. Ich habe Herrn Fehr als Bürger, nicht als Jude kritisiert“, verteidigte der Ratsherr seine Aussagen gegenüber den „Westfälischen Nachrichten“:

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Fehr legte inzwischen in einem offenen Brief nach. Er forderte die AfD auf, endlich „ihre Opferrolle“ abzulegen, wenn „Mitlieder Ihrer AfD Partei sich verbal völlig frech und ungezügelt verhalten, von „Umvolkung“ sprechen und damit an widerliche Verbalismen anknüpfen, die an die Schreckensjahre des Zivilisationsbruches während der barbarischen Nazizeit erinnern lassen.“

 
 

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