Bottrop

„Kein Platz für Rassisten!“ AfD-Landeschef Björn Höcke will an Bottroper Schule sprechen – dagegen gibt es jetzt Widerstand

AfD-Rechtsaußen Björn Höcke will am 2. November im Bottroper Berufskolleg auftreten.
AfD-Rechtsaußen Björn Höcke will am 2. November im Bottroper Berufskolleg auftreten.
Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Bottrop. AfD-Rechtsaußen Björn Höcke kommt nach Bottrop. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.

Am 2. November hat die AfD im Lichthof des Berufskollegs Bottrop eine Veranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam für Deutschland“ angekündigt. Das bestätigte auch ein Sprecher der Stadt Bottrop: „Ja, der Raum ist für diesen Abend gemietet.“

Ausrichter ist der Bezirksverband Münster. Als Redner wird Björn Höcke auftreten. Der Thüringer Landesvorsitzende gilt parteiintern als Hardliner und Rechtsaußen. Erst kürzlich wurde er als Spitzenkandidat für die Thüringer Landtagswahl nominiert.

Björn Höcke kommt in Bottroper Schule: Widerstand gegen AfD-Veranstaltung regt sich

Höcke sorgt in seinen Reden immer wieder für rassistische Entgleisungen. So bezeichnete er im vergangenen Jahr etwa das Holocaust-Denkmal in Berlin als „Denkmal der Schande“. Ein Parteiausschluss war dennoch abgelehnt worden.

Neben dem umstrittenen Thüringer AfD-Chef werden auch Thomas Röckemann, AfD-Landessprecher NRW und Steffen Christ, Bezirkssprecher Münster, auftreten. Der Bundestagsabgeordnete Albrecht Glaser war ursprünglich ebenfalls angekündigt. „Er hat abgesagt, für ihn sind wir auf der Suche nach einem Ersatz“, so ein Sprecher der AfD Bottrop.

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IG BCE ruft zu Gegendemo auf

Gegen die Veranstaltung im Bottroper Berufskolleg hat sich Widerstand angekündigt. Die IG BCE Bezirk Gelsenkirchen hat auf Facebook zu einer Gegenkundgebung aufgerufen. „Rassistische Hetze hat in unserer Stadt und in unseren Schulen nichts verloren“, schreibt die Industriegewerkschaft.

Sie ruft für 18.30 Uhr zu einer Gegendemo vor dem Haupteingang der Schule auf. „Die AfD hat sich als rechtsradikale Partei selbst entlarvt. Unter der Führung von Alice Weidel gibt es im Bundestag praktisch wöchentlich rassistische und fremdenfeindliche Entgleisungen von AfD-Abgeordneten. Bei den rechten Krawallen in Chemnitz marschierten AfD-Funktionäre mit gewalttätigen Neonazis „Seit an Seit“, heißt es in dem Statement.

Auch in Bottrop seien prominente AfD-Funktionäre gemeinsam mit gewaltbereiten, vorbestraften Neonazis bei der sogenannten „Mütter gegen Gewalt“-Demonstration aufgetreten.

Industriegewerkschaft: „Das werden wir nicht widerstandslos hinnehmen“

Weiter schreibt die Industriegewerkschaft: „Bottrop ist seit über 100 Jahren geprägt von Zuwanderung. Ohne diese Zuwanderung von Menschen, die als Arbeitskräfte kamen und hier eine neue Heimat fanden, wäre aus dem damaligen Dorf niemals die heutige Großstadt Bottrop geworden. An Bottrops Schulen und auch am Berufskolleg lernen Schülerinnen und Schüler verschiedenster Herkunft gemeinsam.“

Deshalb wolle man die Veranstaltung der AfD mit Björn Höcke nicht widerstandslos hinnehmen: „In einer solchen Stadt, an solchen Schulen ist kein Platz für Rassisten. Die Hetzer der AfD wollen den Schulfrieden stören und das Klima in unserer der Stadt vergiften.“ (ms)

 
 

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