Abschaffung des Numerus Clausus gefordert

Münster..  Die Ärztekammer Westfalen-Lippe fordert angesichts des Ärztemangels die Abschaffung des Numerus Clausus für das Medizinstudium. „Wir brauchen Nachwuchs in der Patientenversorgung und müssen deshalb die derzeit zu starke Fokussierung auf die Einser-Abiturnote aufgeben“, sagte der Präsident der Ärztekammer, Theodor Windhorst, am Freitag beim Westfälischen Ärztetag in Münster. Das Abitur solle zwar Basis bleiben, aber die Gewichtung der Note durch einen Numerus Clausus sei zu stark.

Plädoyer für ein Bonussystem

Windhorst plädierte stattdessen für ein Bonuspunktesystem bei der Studienvergabe für Medizin. In dem Kriterienkatalog sollten vor allem bereits abgeschlossene Ausbildungen in Gesundheitsberufen und das soziale Engagement der Studienanwärter stärker als bisher berücksichtigt werden. Als Beispiele nannte der Ärztekammer-Präsident das Absolvieren eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder die Arbeit in Alten- und Behinderteneinrichtungen: „Wer seine Empathie für medizinisches Wirken bereits gezeigt hat, soll dann auch davon profitieren, wenn er oder sie sich für ein Medizinstudium entscheidet.“

Der Mediziner sprach sich darüber hinaus für eine Stärkung der Universitäten bei der Studienplatzvergabe aus. Bisher werden nur knapp zwei Drittel der neuen Medizinstudenten von den Hochschulen ausgewählt.

Für die Universitäten bedeute der Mehraufwand für erweiterte Auswahlgespräche eine Chance, gezielter Studierende auswählen zu können, „die nach ihrer Ausbildung tatsächlich in der Patientenversorgung arbeiten, statt nach dem Studium sofort in alternative Berufsfelder oder ins Ausland abzuwandern“, sagte Windhorst.

 
 

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