Abgucken beim Energiesparen

Blick in die Produktion beim Design-Trinkgläser-Hersteller Ritzenhoff: Um das Glas in Form zu bringen, ist viel Energie notwendig. Das Marsberger Unternehmen hat sich dem Netzwerk angeschlossen.
Blick in die Produktion beim Design-Trinkgläser-Hersteller Ritzenhoff: Um das Glas in Form zu bringen, ist viel Energie notwendig. Das Marsberger Unternehmen hat sich dem Netzwerk angeschlossen.
Foto: Ralf Rottmann/WAZ FotoPool
Energie sparen, damit Kosten senken und zusätzlich helfen, den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid zu verringern: Das ist das Ziel des regionalen Netzwerks für Energieeffizienz, kurz Reginee, das jetzt neun Unternehmen aus der Region gegründet haben. Weitere Teilnehmer sind willkommen. Reginee ist das erste Netzwerk dieser Art in NRW; bundesweit sollen es 500 werden.

Hagen/Marsberg.. Energie, vor allem Strom, ist teuer. Eine intakte Umwelt ist unbezahlbar. Das „Regionale Netzwerk für Energieeffizienz“, kurz: Reginee, hat sich daher ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Es will pro Jahr mehrere Megawattstunden (MWh) Energie einsparen und damit gleichzeitig den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) verringern. Es ist das erste Netzwerk dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Die Vorreiterrolle ist damit unausweichlich.

Reginee hat mehrere Väter: Neun Unternehmen aus der Region haben das Netzwerk jetzt gegründet. Sie kommen aus unterschiedlichen Branchen: Metall, Glas, Kunststoff. Zu ihnen gehört die Ritzenhoff AG, der deutschlandweit bekannte Hersteller von Design-Trinkgläsern und Acces­soires aus Marsberg im Hochsauerland. Um das Glas in Form zu bringen, ist viel Energie notwendig.

Riesiger Energiehunger

Bernd Giesler, technischer Vorstand von Ritzenhoff, beziffert gegenüber der WESTFALENPOST den Energiehunger des Unternehmens auf „102 Gigawattstunden Gas und 17 Megawattstunden Strom pro Jahr“. Kein Wunder, dass Einsparpotenziale gerne gesucht und noch lieber gefunden werden. Giesler: „Ritzenhoff ist für seinen nachhaltigen Energieverbrauch zertifiziert. Diese Haltung müssen wir auch jährlich nachweisen“. Der Technikvorstand verspricht sich von Reginee, „den Anstieg der Herstellungskosten zu reduzieren“, oder, im besten Fall, sogar zu senken. Indem der Betrieb Energie einspart.

„Das Netzwerk geht über eine bloße Absichtserklärung hinaus“, beschreibt Stefan von Schemm, Referent für Energieeffizienz und Klimaschutz bei der südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) das Projekt; die SIHK stand bei der Reginee-Gründung Pate. Die Reginee-Mitglieder haben einen Teilnahme-Vertrag über vier Jahre unterschrieben. Am Anfang steht jetzt eine Bestandsaufnahme: Wo wird wie viel Energie verbraucht? „Es geht darum, einen für alle teilnehmenden Unternehmen einheitlichen Datenbestand über den Energie- und Materialverbrauch zu bekommen“, erläutert von Schemm; dazu gehen Fachingenieure in die Betriebe und stellen die Analyse auf. Dabei wird für alle Teilnehmer transparent, wer welche Maßnahmen zur Energieeffizienz bereits umsetzt. Auf dieser Basis setzt der Erfahrungsaustausch ein. „Es haben noch nicht alle alles gemacht“, so Stefan von Schemm. Bis Ende des Jahres sollen die Ist-Werte der Unternehmen zusammengestellt sein.

Am Ende des Erfahrungsaustausches soll ein klar formuliertes Einsparziel stehen. „Das werden mehrere Megawattstunden Strom pro Jahr sein“, ist sich von Schemm sicher; daraus lasse sich dann der verringerte CO2-Ausstoß ableiten.

500 Netzwerke auf Bundesebene

An der Netzwerkinitiative ist auch der Bundesverband der Energie-Abnehmer beteiligt; auf Bundesebene sollen insgesamt 500 Netzwerke entstehen, so die Zielmarke des Bundeswirtschaftsministeriums.

 
 

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