A 52 – nach dem Votum ist vor dem Votum

Am Sonntag sprachen sich die Gladbecker gegen den Ausbau der A 52 auf ihrem Stadtgebiet aus. Doch endgültig entschieden ist über das Vorhaben damit wohl noch nicht. . Foto: Thomas Gödde / WAZ FotoPool
Am Sonntag sprachen sich die Gladbecker gegen den Ausbau der A 52 auf ihrem Stadtgebiet aus. Doch endgültig entschieden ist über das Vorhaben damit wohl noch nicht. . Foto: Thomas Gödde / WAZ FotoPool
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Am Sonntag sprachen sich die Gladbecker gegen den Ausbau der A 52 auf ihrem Stadtgebiet aus. Doch endgültig entschieden ist über das Vorhaben damit wohl noch nicht. Am Montag scheint umgehend das ein oder andere politische Hintertürchen geöffnet worden zu sein.

Essen.. Eigentlich sollte ihr Votum bindend sein. Doch kaum haben sich Gladbecks Bürger gegen den Ausbau der A 52 auf ihrem Stadtgebiet entschieden, da scheint das ein oder andere politische Hintertürchen geöffnet zu werden.

Einen Tag nach dem Gladbecker Bürgerentscheid ist in einer Erklärung des Verkehrsministeriums plötzlich von „einem eigenen Verkehrswert des Teilabschnittes zwischen Essen Nord und A 2“ die Rede und davon, dass „dieser unabhängig von Planungen in Essen und Gladbeck weiter verfolgt werden könnte“. Auch ein Planfeststellungsverfahren für das Autobahnkreuz Gladbeck (A 2) könne kurzfristig eingeleitet werden.

Seit Jahrzehnten schon ist diese Nord-Süd-Verbindung für das Ruhrgebiet in der Diskussion. Beginnend im Kreuz Ratingen-Ost an der A 3, als A 44 auf den Essener Süden treffend, soll die A 52 quer durch Essener Stadtgebiet bis nach Gladbeck geführt werden. Auf Essener Gebiet wurden die Planungen im vergangenen Jahr unter anderem wegen der immensen Kosten (650 Millionen Euro allein im Essener Norden) eingestellt. Für Gladbeck hieß es von offizieller Seite bislang immer: Ohne das Gladbecker Teilstück gibt es auch das Bottroper nicht.

NRW-Verkehrsministerium: „theoretische Option“ für die A 52 bei Bottrop

Gestern nun feierten die einen ihren Sieg, indem sie den Gladbecker Entscheid als „schönen Sargnagel“ für die ungeliebten Autobahn-Pläne bezeichnen, so Joachim Drell von der Bürgerinitiative „Stoppt A 52“, während die anderen, etwa die Industrie- und Handelskammern Essen sowie Nord-Westfalen bedauern, dass „eine einmalige Chance für die Gladbecker Stadtentwicklung vertan“ worden sei. Auch die Essener CDU-Fraktion zeigt sich in einer Stellungnahme enttäuscht und beteuert, das Thema bleibe in Essen „auf der Tagesordnung“.

Etwas flexibler zeigt sich da die IHK Essen, die „den Blick nach vorne richten will“. „Die Essener Grünen haben einen Alternativ-Vorschlag gemacht, der die B 224 durch eine parallel laufende West-Tangente entlasten soll. Die könnte im Gegensatz zur A 52 noch in diesem Jahrzehnt verwirklicht werden“, argumentiert Gerhard Hammer, der stellvertretende IHK-Geschäftsführer.

Montagabend jedenfalls traf sich der Gladbecker Rat zu einer Sondersitzung, um über den Bürgerentscheid zu beraten. Der Bürgermeister bekräftigte, dass man davon ausgehe, dass Düsseldorf nun seine Zusagen einhalten werde. Dass gleichzeitig im NRW-Verkehrsministerium einer „theoretischen Option“ für die A 52 bei Bottrop Chancen gegeben werden, heißt vor allem dies: Nach dem Votum ist vor dem Votum. Die Diskussion geht offenbar weiter.

 
 

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