100 Polizisten bekommen beim Kölner Karneval Brechdurchfall

David Huth
Mehr als 100 Polizisten sind beim Kölner Karneval an Brechdurchfall erkrankt. Die Ursache ist offenbar verdorbenes Essen. Bei mehreren Polizisten war die Lebensmittelvergiftung so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Köln. Bei der Eröffnung des Kölner Straßenkarnevals sind nach Informationen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) 103 Polizisten an akutem Brechdurchfall erkrankt. Der Grund war demnach offenbar verdorbenes Hühnerfrikassee, das ein privater Caterer an die Beamten verteilt haben soll. Die Beamten haben demnach an einer Verpflegungsstation gegessen, die für den Einsatz eingerichtet wurde. Bei mehreren Polizisten ist die Lebensmittelvergiftung so schwer, dass sie sich am Freitagmittag noch in stationärer Behandlung befanden.

Die GdP hat den Innenminister Ralf Jäger (SPD) nun aufgefordert, unverzüglich auf den "erneuten Lebensmittelskandal" zu reagieren und die Verpflegung der Polizei wieder durch eigene Einsatzküchen zu gewährleisten, statt durch private Caterer.

„Wir haben es satt, ständig aufs Neue über verdorbenes Essen für die Polizei zu klagen. Wenn bei einem Großeinsatz mehr als 100 Polizisten wegen einer Lebensmittelvergiftung ausfallen, ist das ein ernstes Sicherheitsrisiko, vor dem auch der Innenminister nicht die Augen verschließen kann“, sagte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter und ergänzt: „Wir fordern die Landesregierung auf, unverzüglich die noch von der Vorgängerregierung geschlossen polizeieigenen Einsatzküchen wieder in Betrieb zu nehmen". Der Kölner Fall zeige, dass die Versorgung durch private Caterer gescheitert sei.

Lunchpakete mit gammeligem Putenfleisch in Gelsenkirchen

Bereits vor einem Jahr hatten nach GdP-Angaben am Karnevalswochenende134 Polizisten in Gelsenkirchen Lunchpakete bekommen, die teils gammelige Putenschnitzel sowie allesamt Schokoriegel enthielten, deren Haltbarkeit seit einem Monat abgelaufen war.

Polizisten aus Münster bekamen bei einem Einsatz in Dortmund im August 2010 bei einem Testspiel des BVB gegen Manchester City eine Verpflegungstüte mit einem blutigen Stück Fleisch.