ZDF überträgt Konzert – doch eine Sache ist faul an der Sendung

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa
  • ZDF überträgt Live-Konzert zum Bauhaus-Jubiläum
  • Doch ein technischer Dienstleister steht in Verbindung mit einem anderen, höchst dubiosen TV-Sender

2019 ist ein Jubiläumsjahr: Vor genau 100 Jahren wurde das Bauhaus gegründet. Aus der Kunstschule ging eine der wichtigsten Kunst- und Designbewegungen der Moderne hervor.

Mit einem großen Festakt in Berlin wurde das Jubiläumsjahr am Mittwoch eröffnet – inklusive Live-Konzert und einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das ZDF übertrug die Festlichkeiten bei Arte – allerdings hatte die Sache offenbar einen dicken Haken.

Das berichtet die „Bild“. Demnach finanzierte das ZDF indirekt russische Staatspropaganda – auf Kosten aller Rundfunkgebührenzahler, wie die Bild schreibt.

ZDF: Agentur für Live-Übertragung ist Tochter von Russia Today

Der öffentlich-rechtliche Sender beauftragte die Produktionsfirma „ifbbw“ (Institut für Bildbewegung), die das Eröffnungskonzert der Veranstaltung „100 Jahre Bauhaus“ übertragen sollte.

Für einige technische Dienstleistungen engagierte das „ifbbw“ wiederum die Agentur „Ruptly“, die die Live-Übertragung mit Kameras und Personal unterstützte.

Russia Today ist höchst umstritten

Das Problem: Die Medienagentur mit Sitz in Berlin ist ein Schwesterunternehmen des russischen Staatssenders Russia Today. Der Sender ist in Deutschland und anderen Ländern höchst umstritten.

Der Sender war in der Vergangenheit immer wieder durch Desinformationskampagnen aufgefallen. Unter anderem hatte er davon berichtet, dass ein russisches Mädchen von Flüchtlingen vergewaltigt worden sei. Später stellte sich heraus: Die Geschichte war erfunden.

Zurzeit versucht Russia Today, in Deutschland eine Sendelizenz zu erhalten.

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Kein Statement vom Russia Today's Schwesterunternehmen

Das „ifbbw“ teilte der „Bild“ mit, dass es das Schwesterunternehmen des russisch-staatlichen Senders tatsächlich als einen von mehreren technischen Dienstleistern für die Live-Übertragung beauftragt habe.

Das ZDF äußerte am Dienstag zu dem Vorgang, dass sie über die Sub-Dienstleister, die das „ifbbw“ engagiert hatte, nicht informiert wurde. „Eine inhaltliche Beeinflussung der Sendung durch den Sub-Dienstleister (Anm. d. Red.: gemeint ist „Ruptly“) gab es nicht“, sicherte der öffentlich-rechtliche Sender zu.

Das Schwesterunternehmen von Russia Today unterstützte die Live-Übertragung des Konzerts mit technischen Produktionsmitteln: „Ein Übertragungswagen mit besonders lichtempfindlichen Kameras für die Besonderheit des dunklen Konzertraums und eine Livestream-SNG von Ruptly eingesetzt.“

Die Medienagentur „Ruptly“ gab bislang kein Statement ab.

 
 

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