„heute Journal“ (ZDF): Claus Kleber und NRW-Familienminister Stamp liefern sich hitziges Wortgefecht – damit war es noch nicht getan

Nicht nur Corona: das waren die größten Epidemien der Menschheit
Beschreibung anzeigen

Im ZDF „heute Journal“ ging es am Montagabend um das Thema Corona an Schulen.

Dazu war NRW-Familienminister Joachim Stamp bei Claus Kleber im Interview. Und die beiden lieferten sich ein hitziges Wortgefecht – unddamit war es noch nicht getan.

ZDF „heute Journal“: Hitzige Diskussion zwischen Claus Kleber und NRW-Familienminister

Nach einem weitgehend harmonischen Beginn kam Moderator Claus Kleber im ZDF „heute Journal“ auf das Thema Corona an Schulen zusprechen. Er nannte einen Klassenraum eine „Virenschleuderapparatur“ und fragte bei Stamp nach, warum die Länder einen geteilten Unterricht - eine Hälfte zuhause, eine Hälfte im Klassenraum - nicht erlaube?

„An der Stelle würde ich ihnen widersprechen wollen. Die Schulen sind kein Virenschleuderapparat. Das haben alle Studien gezeigt“, führt Stamp aus. Da unterbricht ihn Kleber„ Nicht alle. Es gibt eine neue Studie aus München, die das offensichtlich naheliegende belegt. Natürlich werden Kinder krank. Man merkt es ihnen oft nicht an und die Dunkelziffer ist fünfmal höher als bei Erwachsenen. Natürlich tragen die es weiter. Lehrerverbände, Elternverbände, Gewerkschaften und Virologen sind sich einig, da müsste man etwas tun. Und es wird verdammt wenig getan.“

+++ Corona-Ticker: Nachbarland schlägt Alarm: alle Intensivbetten belegt ++ Staatsschutz durchsucht Wohnung von Attila Hildmann +++

„Herr Kleber, die sind sich nicht einig. Die Kinderärzte und Praktiker, mit denen wir im Austausch sind, raten uns das Gegenteil. Sie können nicht einfach sagen, wir machen jetzt halbe Klassen. Sie brauchen dann fast das doppelte an Lehrerinnen und Lehrern, die wir nicht haben.“

Da widerspricht Kleber: „Nein, sie brauchen einen digitalen Anschluss des Klassenzimmers an das...“ Weiter kommt Kleber nicht, denn Stamp unterbricht: „Nein..“

Solingen habe bewiesen, dass es klappt, erklärt Kleber. „Solingen hat es gar nicht bewiesen“, so Stamp, der betont, dass dieses Beispiel aus seiner Sicht kein flächendeckendes Erfolgskonzept sei. „Es geht uns um die Bildungschancen derjenigen, die dann nicht zuhause die Unterstützung haben, wenn sie alle zuhause vor dem Gerät sitzen.“ Er berief sich auf Kinderpsychologen, die raten, den Präsenzunterricht beizubehalten.

Doch Kleber hatte noch eine Frage im Köcher: „Sehen Sie, die Konferenz mit der Kanzlerin war eine Video-Konferenz, kein Ministerpräsident würde noch in einen engen Raum mit 30 anderen Menschen gehen. Die Schüler sollen das tun. Was anderes haben Sie nach 8 Monaten Vorbereitung nicht zu bieten?“

+++ Corona: Lehrerin packt aus – SO schlimm ist der Unterricht unter Corona-Bedingungen +++

Stamp hielt dagegen, dass es bereits digitale Elemente gebe und das die Vorstellung, einfach eine Klasse zu teilen oder in leerstehende Gaststätten ausweichen, sei naiv.

Kleber gestand ein: „Ich glaube wir kommen da heute Abend nicht mehr zusammen.“ Stamp stimmte zu: „Ja, ganz so einfach ist es nicht.“

Doch die Debatte hatte noch ein Nachspiel.

„Wenn wir Klassen teilen, brauchen wir die doppelte Menge an Lehrerinnen und Lehrer. Denn auch den Digitalunterricht muss jemand betreuen“, twitterte Stamp nach dem Gespräch.

Wenig später reagierte Claus Kleber darauf: „Lieber Joachim Stamp, gestern blieb im heute Journal offen, wie Covid-infektiös Kinder sind. Helmholtz nach Untersuchung von 12tsd Kindern: 6x öfter als gedacht“ Dazu ein Hinweis auf ein ZDF-Beitrag und den Zusatz „nicht Kinder sind Virenschleudern, überfüllte Klassenräume sind's.“

ZDF-Moderator Claus Kleber schickt Video an Donald Trump, um ihm eine Sache klarzumachen

Claus Kleber wandte sich an US-Präsident Donald Trump. Ob ihm das Video, das Kleber dafür nutzt, die Augen öffnen soll? >>>Hier gehts lang. (ms)

 
 

EURE FAVORITEN