Zahl der Drogentoten in NRW sinkt offenbar dank Fixerstuben

Im Druckraum der Essener Suchtzentrale setzt sich ein Drogenabhängiger einen Schuss.
Im Druckraum der Essener Suchtzentrale setzt sich ein Drogenabhängiger einen Schuss.
Foto: Jakob Studnar
Während es in den 90er Jahren noch 500 Drogentote pro Jahr gab, starben 2013 198 Menschen an den Folgen des Drogenkonsums. Das NRW Gesundheitsministerium führt den Erfolg auf die zehn Fixerstuben im Land zurück.

Düsseldorf. Die Einrichtung von „Fixerstuben“ für Drogenabhängige hat nach Angaben der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) zum jahrelangen Rückgang der Zahl der Drogentoten im Land beigetragen. 2013 starben noch 198 Menschen Nordrhein-Westfalen am Drogenmissbrauch. 2008 gab es landesweit noch 380 Drogentote, Anfang der 90er-Jahre über 500. Die zehn „Fixerstuben“ in NRW sind 2014 von Drogensüchtigen für knapp 200 000 „Konsumvorgänge“ genutzt worden.

Auch der Anteil der Drogensüchtigen, die harte Drogen wie Heroin spritzen, ist mit noch 52 Prozent zu Gunsten eines weniger risikoreichen Drogenkonsums (Inhalieren) gesunken. In Drogenräumen können Heroin- und Kokainsüchtige unter Aufsicht Rauschmittel nehmen. So sollen Gesundheitsgefahren durch infizierte Spritzen gesenkt werden. Derzeit gibt es „Fixerstuben“ in den Städten Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln, Münster, Troisdorf und Wuppertal. In der Antwort auf eine Anfrage der Piratenpartei stellte Ministerin Steffens zudem klar, dass in den letzten fünf Jahren kein weiterer Antrag auf Einrichtung einer „Fixerstube“ beim Land gestellt wurde.

Saubere Spritzen für Süchtige

Viele Drogensüchtige sind körperlich schwer erkrankt, Fixer werden im Schnitt immer älter und leiden durch den Gebrauch verschiedener Drogen häufig an gefährlichen Symptomen.

Da die Drogensüchtigen in den „Fixerstuben“ auch saubere Spritzen bekommen, sinkt das Risiko einer HIV-Infektion. Außerdem werden so weniger gebrauchte Spritzen im öffentlichen Raum – etwa auf Spielplätzen und in Parks – entsorgt, die dann Kinder und Besucher gefährden.

 
 

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