Wulffs Anwalt weist Vorwürfe zu VIP-Vertrag bei Autohändler zurück

Die Diskussion um Bundespräsident Christian Wulff scheint kein Ende zu nehmen. Einem Zeitungsbericht zufolge soll seine Ehefrau Bettina Wulff beim Kauf eines Autos besondere Konditionen erhalten haben. Der Autohändler sei zum Sommerfest aufs Schloss Bellevue eingeladen worden. Wulffs Anwalt bestritt, dass es einen Prominentenrabatt gegeben hat.

Berlin. Der Anwalt von Bundespräsident Christian Wulff hat einen Bericht der "Berliner Zeitung" zurückgewiesen, wonach dessen Ehefrau Bettina beim Kauf eines Autos besondere Konditionen erhalten haben soll. Die Zeitung berichtete am Mittwoch, Bettina Wulff habe beim Kauf eines neuen Audi Q3 einen VIP-Vertrag mit sehr günstigen Leasing-Konditionen bekommen, außerdem habe die Familie ein Geschenk für den kleinen Sohn erhalten. Wulff habe sich dafür in einem Schreiben mit Briefkopf des Bundespräsidenten bedankt und den Berliner Autohaus-Chef zum Sommerfest ins Bellevue geladen.

Nach dem Bericht der "Berliner Zeitung" zahlten die Wulffs für den Neuwagen im Wert zwischen 31.000 und 36.000 Euro eine geringere Leasingrate von monatlich 1,2 Prozent - üblich seien 1,5 Prozent. Wulffs Anwalt Gernot Lehr wies die Angaben zurück: Von einem "Prominentenrabatt" könne keine Rede sein. Auch habe Bettina Wulff keine vorzeitige Straßenzulassung für den bestellten Audi Q3 erhalten. Das Fahrzeug werde erst Mitte dieses Jahres geliefert.

Wulffs wollten keinen Sondertarif

In dem Bericht der "Berliner Zeitung" heißt es, Wulffs Ehefrau habe die Limousine schon im Sommer 2011 fahren können, obwohl diese erst ab Herbst auf deutschen Straßen zugelassen worden sei. Nach den Angaben Lehrs mietete das Ehepaar Wulff für die Wartezeit auf das neue Fahrzeug einen Ersatzwagen an. Dabei hätten die Wulffs am 22. Dezember "ausdrücklich" darum gebeten, den Normaltarif zu berechnen, sie zahlten jetzt 850 Euro monatlich. "Sie wollten keinen Sondertarif", sagte der Anwalt der Nachrichtenagentur AFP.

Lehr wies auch die Darstellung zurück, Wulff habe den ihm bereits aus Hannover bekannten Autohändler zum Sommerfest eingeladen. Wulff habe in dem Dankesschreiben an den Händler für ein Plastikauto für seinen Sohn Linus geschrieben, dass er ihn auf die Gästeliste des Sommerfestes genommen habe. Dies sei noch keine offizielle Einladung. Der geschenkte Bobbycar befinde sich "in der Kinderspielecke im Schloss Bellevue" und könne dort "von Besuchskindern genutzt werden".

Christian Wulff ist seit Wochen wegen einer Affäre um einen privaten Hauskredit und Urlaube bei befreundeten Unternehmern unter Druck. Am Mittwoch beriet der niedersächsische Landtag über die Affäre um den ehemaligen Ministerpräsidenten. (afp)