Wolfgang Bosbach tritt ab – Dies sind seine besten Sprüche

Schlagfertig und pointiert, so kennt man Wolfgang Bosbach aus dem Bundestag – und aus zahllosen Auftritten im Fernsehen.
Schlagfertig und pointiert, so kennt man Wolfgang Bosbach aus dem Bundestag – und aus zahllosen Auftritten im Fernsehen.
Foto: dpa
  • Wolfgang Bosbach (CDU) beendet seine Bundestags-Karriere
  • Als Querdenker und Talkshow-Dauergast ist er immer für einen Spruch gut
  • Seine knackigsten Zitate hat unser Autor zusammengestellt

Berlin..  Wolfgang Bosbach, der am Montagabend seinen Abgang von der großen politischen Bühne angekündigt hat, stand nie in allervorderster Front. Der Innenpolitik-Experte war kein Minister oder Fraktionschef im Bundestag. Trotzdem gehört der heute 64-jährige Rheinländer zu den schillerndsten und bekanntesten Persönlichkeiten des Berliner Politikbetriebs. Das liegt auch daran, dass Bosbach stets die Öffentlichkeit sucht. Immer wieder führt er die Liste der meist eingeladenen Talkshow-Gäste an. Die Medien wiederum lieben Bosbach für seine Schlagfertigkeit und seine Vorliebe für Klartext. Eine Auswahl der pointiertesten Zitate Bosbachs:

„Mach dir deinen Beruf zum Hobby und du hast dein Leben lang Freizeit.”

Das ist das Motto des Politikers Wolfgang Bosbach. Er ist stets mit Engagement und Herzblut dabei, wenn es um „seine“ Themen geht. Das Spezialgebiet des Juristen ist die Innere Sicherheit, aber auch zu vielen anderen strittigen Punkten nimmt er Stellung.

„Früher warst du Rebell, wenn du eine revolutionäre Bewegung angeführt hast. Heute bist du Rebell, wenn du bei deiner eigenen Meinung bleibst.“

Die eigene Meinung – Wolfgang Bosbach hat sich seine Unabhängigkeit bewahrt und scheut es nicht, auch gegen die Linie der eigenen Partei zu argumentieren und zu stimmen. „Der Abweichler“ titelte die „FAZ“ einmal eine Geschichte über Bosbach. Dass er mit seiner Haltung auch aneckt, weiß Bosbach. Nicht ohne Selbstironie handelt er nach dem Wahlspruch:

„Wenn du als Politiker die Wahrheit sagst, brauchst du ein schnelles Pferd.“

So war es beispielsweise in der Eurokrise, als es mal wieder um neue Milliardenkredite für die Griechen ging. Bosbach sprach aus, was alle dachten:

„Ich glaube, dass wir das allermeiste Geld, was wir schon als Kredite gegeben haben, niemals werden wiedersehen.“

Als es im vergangenen Jahr erneut um Finanzspritzen für Athen ging, legte Bosbach sein Amt als Vorsitzender des Bundestags-Innenausschusses nieder. Seine Begründung fiel so knapp und griffig wie gewohnt aus:

„Diesen Weg kann und will ich nicht mitgehen.“

Anscheinend fällt es Bosbach, der mit seiner Rolle als Querdenker in der Union nicht selten kokettierte, doch schwer, gegen die eigene Partei zu stimmen. Dies lässt sich aus diesem Zitat ablesen, ebenfalls anlässlich seines Rücktritts als Ausschuss-Vorsitzender:

„Ich will nicht immer die Kuh sein, die quer im Stall steht.“

Tatsächlich hat sich Bosbach mit seinen Querschüssen in der CDU nicht nur Freunde gemacht. Und manchem missfiel vor allem die Dauerpräsenz Bosbachs in den TV-Talkrunden, wo er seinen Standpunkt mit gewohnter Deutlichkeit zu vertreten pflegt. Legendär geworden ist die aus einer CDU-Fraktionssitzung überlieferte Episode aus dem Jahr 2011. Bosbachs Parteikollege Ronald Pofalla, damals Kanzleramtsminister, maulte Bosbach wegen seiner zahlreichen Fernsehauftritte an: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen. Du machst mit deiner Scheiße alle Leute verrückt.“

Doch die Rolle des populären Mahners, der gegen den Strich bürstet, kann auch ins Negative kippen – nämlich dann, wenn das Publikum den pointierten Querdenker nur noch als nervigen Nörgler wahrnimmt. So wie es offenbar Pofalla empfand. Dieser Gefahr ist sich Bosbach wohl bewusst. Als Ritter von der traurigen Gestalt will er sich deshalb nicht sehen:

„Ich bin eine schlechte Besetzung als Don Quichotte.“

Trotzt aller knackigen Zitate und aller Schärfe in der politischen Auseinandersetzung – Wolfgang Bosbach gehört nicht zu denen, die in der Debatte ausfallend oder beleidigend werden. Er pflegt Freundschaften über Parteigrenzen hinweg und vermeidet es, seine Kontrahenten persönlich anzugehen. Denn auch das ist ein Wahlspruch des Politikers Bosbach:

„Ein bisschen mehr Menschlichkeit würde uns ganz gut anstehen.“

 
 

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