Wohin mit den Fundtieren in Essen?

Essen..  Am liebsten würde sie alle Karnickel, Zwerghamster und auch die Meerschweinchen nehmen und denen im Rathaus auf die Treppe setzen. Sozusagen symbolisch: Soll die Stadt Essen doch zusehen, wie sie künftig mit Fundtieren klarkommt. Elke Esser-Weckmann, Vorsitzende des Tierschutzvereins, ist enttäuscht. Nach ihrem Brief, in dem sie die Kündigung des Tierheim-Vertrags für den Fall ankündigte, dass die Stadt nicht mehr Geld an die Tierschützer überweise, tat sich nichts. Der zuständige Ordnungsdezernent ließ das heute ablaufende „Ultimatum“ des Tierschutzvereins verstreichen. Und Elke Esser-Weckmann will der Stadt heute die endgültige Kündigung des Vertrages übermitteln.

Wie unlängst in Krefeld, wo tagelang Fundtiere nirgendwo abgegeben werden konnten, rechnet nun der Essener Tierschutzverein mit der Stadt ab: „Sie geben unseren Tieren nicht genügend Geld für Futter“, heißt es in einem Beitrag für die Vereins-Zeitung. 200 000 Euro überweist die Kommune dem Verein pro Jahr. Der Verein übernimmt eine Pflichtaufgabe der Stadt, wenn er sich um Fundtiere kümmert. Allein die Futterkosten summieren sich auf 240 000 Euro im Jahr, so Esser. Zuletzt hatte die Stadt 260 000 Euro in Aussicht gestellt. Der Tierschutzverein hält aber 840 000 Euro gerade so für kostendeckend. Um die ständig wachsende Zahl von Tieren versorgen zu können, müssten inzwischen 24 Hauptamtliche, unterstützt von 60 Ehrenamtlichen, im Schicht- und Wochenenddienst arbeiten. Allein die Personalkosten beliefen sich 2014 auf über 600 000 Euro.

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