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Wladimir Putin: Widerstand in Russland wird lauter – wird das für ihn zur Gefahr?

Wladimir Putin: Das ist Russlands Machthaber

Den Widerstand in der westlichen Welt kann Wladimir Putin nicht unterdrücken. Umso mehr versucht er, in seinem eigenen Land die Kontrolle zu behalten – unter anderem durch die Verbreitung von Falschinformationen, mit denen er seinen Krieg gegen die Ukraine legitimieren will. Auch vor der Zensur der Medien und der Festnahme Protestierender schreckt er dabei nicht zurück.

Das scheint allerdings immer schlechter für ihn zu laufen. Denn die Anti-Haltung in Russland wird immer stärker. Tausende gehen auf die Straße und protestieren gegen Wladimir Putin und den Krieg. Jetzt schlagen sich auch noch einstige mächtige Verbündete auf die gegnerische Seite. Könnten sie dem russischen Präsidenten nun gefährlich werden?

Wladimir Putin: Widerstand in Russland wächst – Tausende demonstrieren

Zensur, Festnahmen, Bedrohung durch Staatsverrat: Das alles ändert nichts an dem wachsenden Widerstand innerhalb Russlands. Egal ob Ärzte, Lehrer, Sportler, Schauspieler, Journalisten, Blogger oder Wohltätigkeitsorganisationen – immer mehr Stimmen werden laut, die sich gegen das Regime aussprechen.

Tausende protestieren in Russland, gehen in Moskau, Sankt Petersburg, Jekaterinburg und vielen weiteren Städten auf die Straßen. Jeden Tag werden Hunderte durch Spezialkräften der Polizei festgenommen. Sonntag waren es sogar mehr als 2.000, wie die „Taz“ schreibt. Ihnen könnten teils 20 Jahre Haft wegen Staatsverrats drohen.

Wladimir Putin: Mächtige Verbündete stellen sich gegen ihn – könnten SIE ihm gefährlich werden?

Doch wie auch der BR nun berichtet, stellen sich Putins einstige Verbündete auf die Seite der Ukraine. Mehrere russische Oligarchen und Milliardäre sprechen sich gegen den Krieg aus. So zum Beispiel der gebürtige Ukrainer Michail Fridman. Der 58-Jährige ist an gleich mehreren wichtigen Branchen beteiligt, darunter Ölexport, Mobilfunk, Finanzwegen und Einzelhandel. Er wünscht sich Frieden und ein Ende des „Blutvergießens“. „Krieg kann niemals die Antwort sein“, sagt er.

Auch der Medienmogul Evgeny Lebedev schreibt in einem offenen Brief an Putin: „Als Bürger Russlands bitte ich Sie, den Zustand zu beenden, in dem Russen ihre ukrainischen Brüder und Schwestern töten.“ Sein Anliegen veröffentlicht er in seiner britischen Zeitung „London Evening Standard“.

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„Als britischer Bürger rufe ich Sie dazu auf, Europa vor diesem Krieg zu schützen. Als russischer Patriot bitte ich Sie, den unnötigen Tod weiterer junger russischer Soldaten zu verhindern. Als Weltbürger rufe ich Sie auf, die Welt vor der Auslöschung zu schützen.“ Und auch der Milliardär Oleg Tinkow bezeichnet das Töten „unschuldiger Menschen“ offen als „undenkbar und inakzeptabel“.

Wladimir Putin: Russische Oligarchen üben Kritik am Krieg – DARUM könnte ihm das zum Verhängnis werden

Der Aufruhr unter den russischen Oligarchen ist vor allem deswegen interessant, weil sie besonders von den Sanktionen der EU betroffen sind, an denen sich nun auch die Schweiz beteiligt. Ihre Vermögenswerte in der EU werden nun eingefroren und ihre Reisefreiheit wird eingeschränkt.

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Davon ist auch Kremlsprecher Dmitri Peskow, einer von Putins engsten Vertrauten, betroffen. Wie die „Taz“ berichtet, hatte seine Tochter Jelisaweta zuletzt bei Instagram die Message „Nein zum Krieg“ geteilt, bevor sie wieder gelöscht wurde.

Wie der ARD-Korrespondent Demian von Osten in der Tagesschau am Montagabend analysiert, könnte das Aufmucken der russischen Oligarchen und Milliardäre eine entscheidende Rolle im Widerstandskampf gegen Putin spielen. „Das könnte für Russlands Präsident Putin, den Machtmenschen, am Ende ein größeres Problem sein, als wenn sich tausende Russen auf den Straßen des Landes versammeln“, zitiert ihn der BR. (mbo)