Wirtschaftsweiser: Finanziell sind Flüchtlinge kein Problem

Syrische Flüchtlinge kommen in ihrer neuen Unterkunft an (Archivfoto).
Syrische Flüchtlinge kommen in ihrer neuen Unterkunft an (Archivfoto).
Foto: Oliver Mehlis / dpa
Flüchtlinge zahlen erst mal nicht ins Sozialsystem ein, aber erhalten Leistungen. Kein Problem fürs Land, sagt ein Wirtschaftsweiser.

Berlin.  Der Wirtschaftsweise Lars Feld widerspricht der These, Deutschland könne die Aufnahme der vielen Flüchtlinge nicht verkraften. „Man hört diesen Satz seit 2015 immer wieder, aber das macht ihn nicht richtiger“, sagte Feld der „Welt am Sonntag“. „Unser Sozialsystem hält durchaus eine Million Zuwanderer aus und ist darauf angelegt, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Dass diese Menschen bisher nichts in das Sozialsystem eingezahlt hätten und das so schnell auch nicht tun würden, klinge bedrohlicher, als es tatsächlich sei. Die Aufnahme vieler Flüchtlinge sei fiskalisch gesehen zwar ein Minusgeschäft, der Verlust sei aber nicht sonderlich groß, erläuterte Feld.

Mehrausgaben 2017 bei 10 Milliarden Euro

Die Mehrausgaben liegen nach den Worten des Ökonomen in diesem Jahr bei etwa zehn Milliarden Euro. „Deutschland kann das angesichts eines Haushaltsüberschusses von knapp 24 Milliarden Euro aber durchaus verkraften. Man kann sich da weder arm noch reich rechnen“, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. „Die Aufnahme von Flüchtlingen ist vor allem eine Frage der Humanität - nicht der Staatsfinanzen.“ (epd)

 
 

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