Wirtschaftsstandort Ruhr wird international geschätzt

Michael Kohlstadt
  • Das Ruhrgebiet ist im Ausland als Wirtschaftsstandort bekannter Berlin/Brandenburg, Rheinland und Rhein-Main.
  • Als modern gilt das Revier nicht, aber als sympathisch, traditionsbewusst, bodenständig und zuverlässig.
  • Das ergab eine Imagestudie im Auftrag des RVR unter 335 Managern im In- und Ausland.

Essen. Das Ruhrgebiet genießt als Wirtschaftsstandort große Sympathien und ist international sogar bekannter als die Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg, das Rhein-Main-Gebiet und das Rheinland. Als jugendlich und modern dagegen kommt das Revier eher nicht ‘rüber. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Imagestudie, die die Berliner Agentur „365 Sherpas“ im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR) durchgeführt hat. Befragt wurden 335 Manager großer und mittlerer Unternehmen im In- und Ausland.

Das Revier werde als traditionsbewusst, bodenständig und zuverlässig wahrgenommen, erläuterte Studienleiter Heiko Wiese. Diese positiven Eigenschaften spiegelten den Kern der „Made in Germany“-Marke wider. Überraschender sei die durchgehend hohe Bewertung der Weltoffenheit des Reviers gerade in den Augen internationaler Führungskräfte, so Wiese. Beim Faktor Bekanntheitsgrad stechen nur die deutschen Top-Standorte München, Hamburg und Stuttgart das Revier aus.

Der RVR plant eine Marketingkampagne

In der Attraktivität fällt das Revier zwar hinter Frankfurt und die Rhein-Schiene zurück, es kann sich aber auch in dieser Disziplin vor Berlin/Brandenburg und Hannover/Braunschweig/Wolfsburg platzieren. Für knapp die Hälfte der internationalen Manager ist das Revier attraktiv bis sehr attraktiv. Nur rund neun Prozent gaben ein negatives Urteil ab. Als Hauptgründe für die Attraktivität des Ruhrgebiets nannten die Manager aus den USA, aus China, Großbritannien, der Türkei, Polen und den Niederlanden nicht nur die Größe des Ballungsraums, sondern auch die Verkehrsinfrastruktur, die zentrale Lage und die vergleichsweise günstigen Lebenshaltungskosten. Bemerkenswert: Auch die befragten Ruhr-Manager hoben die gute Infrastruktur der Region hervor. Das Fachkräfte-Potenzial steht ebenfalls auf der Habenseite. Hier fällt das Revier aber im Vergleich zu den anderen deutschen Wirtschaftsregionen zurück. Nur zwei Prozent der Revier-Manager äußerten sich unzufrieden mit dem Standort. Mehr als ein Fünftel der deutschen Unternehmer können sich eine Ansiedlung im Ruhrgebiet vorstellen.

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel kündigte an, dass die Erkenntnisse in die geplante Marketingkampagne einfließen werden. Mit dem auf mehrere Jahre angelegten Projekt will der RVR ab 2017 das Image des Reviers gezielt bei Wirtschaftsmanagern im In- und Ausland aufpolieren.