Wirtschaftsminister wollen Sommerferien in Deutschland entzerren

Die Tourismusbranche fordert längere Sommerferien. Auf 90 Tage soll die Urlaubszeit ausgeweitet werden.
Die Tourismusbranche fordert längere Sommerferien. Auf 90 Tage soll die Urlaubszeit ausgeweitet werden.
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Die deutsche Tourismusbranche würde gerne einen längeren Ferienzeitraum im Sommer durchsetzen. Die Wirtschaftsminister schlossen sich in Rostock dieser Forderung an und wollen die Sommerferien auf 90 Tage ausweiten. Auch die Energiepolitik steht auf der Agenda der Wirtschaftsminister.

Schwerin.. Die Wirtschaftsminister der Bundesländer haben die Ausweitung des Korridors für die Sommerferien in Deutschland auf 90 Tage gefordert. Diese Regelung solle spätestens 2018 in Kraft treten, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchef Harry Glawe (CDU) am Donnerstag in Rostock bei der Konferenz der Wirtschaftsminister von Bund und Ländern.

Im kommenden Jahr lägen zwischen dem ersten Ferientag in den ersten Ländern und dem letzten Ferientag in den letzten Ländern nur 73 Tage, 2015 dann 78 Tage. Es habe sich gezeigt, dass sich ein längerer Zeitraum für die Tourismusbranche positiv auswirke. Auch die Urlauber würden davon profitieren, denn die Unternehmen könnte ihre Leistungen günstiger anbieten. Der Beschluss sei einstimmig gefallen.

Tourismus ist als Wirtschaftsfaktor oft unterschätzt

Die Forderung der Wirtschaftsminister richtete sich an die Kultusministerkonferenz. Nach Einschätzung des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies (SPD) werden die Bildungsminister dies aber kaum umsetzen, sie berücksichtigten andere Kriterien. Lies bedauerte, dass der Tourismus als Wirtschaftsfaktor oft unterschätzt werde. Der Tourismus sei ein Leitmarkt, der eine vernünftige Ferienzeitregelung brauche. Nach früheren Angaben Glawes war bis vor einigen Jahren der 90-Tage-Korridor üblich.

Keine hektischen Eingriffe in Energiepolitik

Bei der Energiepolitik seien sich die Wirtschaftsminister einig, dass es keine hektischen und übereilten Eingriffe mehr geben dürfe. "Wir brauchen Ruhe im System, damit Zukunftsinvestitionen getätigt werden können", forderte Lies. Das sei gerade für die Küstenländer von herausragender Bedeutung. Notwendig sei hingegen der sichere Netzausbau, damit die Energieversorgung auch im Süden Deutschlands sichergestellt ist. (dpa)

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