Wir brauchen die Zuwanderer

Was tut man als arbeitslose Akademikerin aus Madrid? Man geht nicht ins sonnige Griechenland, man geht ins verregnete Deutschland. Weil hier der Arbeitsmarkt trotz Finanzkrise robust geblieben ist. Weil es hier eine Zukunft gibt. Daran glauben auch polnische Ingenieurinnen und rumänische Lehrerinnen. In keiner anderen großen Industrienation stieg der Anteil der Zuwanderer so deutlich wie in Deutschland.

Deutschland kann froh darüber sein. Das Land braucht Zuwanderer. Zumal, wenn sie jung und gut ausgebildet sind. Die OECD rechnet damit, dass Deutschland aus demografischen Gründen bereits in drei Jahren mehr Erwerbstätige verlieren wird, als durch Ausbildung und Zuwanderung ersetzt werden können.

Bislang hatten sich viele gut ausgebildete Zuwanderer auch wegen der Sprachbarriere gegen Deutschland entschieden. Nun bedeutet Deutsch lernen: der Arbeitslosigkeit entkommen. Die Goethe-Institute in Spanien, Italien und Griechenland vermelden zweistellige Zuwächse bei den Deutschkursen. „Wer kein Deutsch spricht, ist nur Zaungast“, sagt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Die neue Generation von Zuwanderern weiß das.

 
 

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