Wer hat was gesagt? Das politische Jahr 2017 in Zitaten

MeToo, Wahl, G20-Krawalle: Jahresrückblick der Redaktion

MeToo-Debatte, Bundestagswahl oder G20-Krawalle: Redakteure und Reporter erinnern sich an die wichtigsten und skurrilsten Themen des Jahres 2017.

MeToo-Debatte, Bundestagswahl oder G20-Krawalle: Redakteure und Reporter erinnern sich an die wichtigsten und skurrilsten Themen des Jahres 2017.

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Jemand sagte, er kriege Ärger mit der eigenen Mutter. Und einer wurde als Messias gehandelt. Politische Zitate aus dem letzten Jahr.

Berlin.  Manche Zitate des vergangenen Jahres sind besonders in Erinnerung geblieben. Im Jahr der Bundestagswahl hielten sich die meisten Politiker nicht zurück. Eine Auswahl der knackigsten Zitate:

• „Sahra Wagenknecht und Frauke Petry sind das doppelte Lottchen des Populismus in Deutschland.“

(CDU-Generalsekretär Peter Tauber am 8. Januar in der „Bild am Sonntag“ über die Chefinnen von Linksfraktion und AfD.)

In die Fresse: Wie aggressiv darf politische Rhetorik sein, Andrea Nahles?

Andrea Nahles: Sollte Jamaika kommen, wird die SPD-Fraktionsvorsitzende Oppositionsführerin. Dann muss sie die Kanzlerin im Bundestag verbal attackieren. Redakteurin Johanna Rüdiger hat sie gefragt, wie aggressiv politische Rhetorik sein darf – und mit Nahles über ihr legendäres "in die Fresse"-Zitat gesprochen.
In die Fresse: Wie aggressiv darf politische Rhetorik sein, Andrea Nahles?

• „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

(Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke am 17. Januar auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative in Dresden mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin .)

• „Ein Mann, bekannt für verbale Ausfälle, abstruse Ideen und eine wirre Frisur: Horst Seehofer, der Donald Trump Bayerns.“

(Linken-Chefin Katja Kipping am 1. März via Twitter zum Politischen Aschermittwoch in Bayern.)

• „Zwölf Jahre Angela Merkel haben unser Land sediert, haben die Politik narkotisiert. Wir hatten nur die Raute.“

(Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner am 1. März beim Politischen Aschermittwoch seiner Partei in Dingolfing.)

• „Der Messias ist ja in Bethlehem geboren und in Nazareth aufgewachsen, und nicht in Würselen.“

(Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer, CDU, am 7. März über den designierten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz.)

• „Das Amt des SPD-Vorsitzenden abzugeben, war sicher eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens, aber auch eine der richtigsten.“

(Sigmar Gabriel in seiner letzten Rede als SPD-Chef am 19. März auf einem Sonderparteitag in Berlin, bei dem Martin Schulz zu seinem Nachfolger gewählt werden sollte .)

• „Wir werden nur mit Angela Merkel diesen Wahlkampf gewinnen. Das ist unser größter Trumpf.“

(CSU-Chef Horst Seehofer am 1. April in einem dpa-Gespräch über Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU.)

• „Die Bundeswehr hat ein Haltungsproblem, und sie hat offensichtlich eine Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen.“

(Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, CDU, am 30. April in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“.)

• „Ich kriege morgen wieder Ärger von meiner Mutter, sie habe nichts verstanden. Und das am Muttertag.“

(Moderatorin Anne Will in ihrer ARD-Sendung am 14. Mai über die wild durcheinander diskutierende Politrunde.)

Erzfeind FDP: Das sagen die Grünen jetzt über ihren Battle mit der Lindner-Partei

Jamaika: Die Grünen haben für Sondierungsgespräche mit Union und FDP gestimmt. Aber Moment, die FDP? War da nicht was? Erzfeindschaft und so? Redakteurin Johanna Rüdiger hat die Grünen mit den schärfsten Zitate aus dem Battle der Parteien konfrontiert.
Erzfeind FDP: Das sagen die Grünen jetzt über ihren Battle mit der Lindner-Partei

• „Ich habe von Anfang an vor dem Schulz-Hype gewarnt. Ich kann aber nicht ausschließen, dass ich mich selber davon habe beeindrucken lassen.“

(SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 18. Mai auf die Frage, welche Fehler er bisher im Wahlkampf gemacht habe.)

• „Helmut Kohl war ein Ausnahmepolitiker und ein Glücksfall für die deutsche Geschichte.“

(Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 16. Juni zum Tod von Altkanzler Helmut Kohl , CDU.)

• „Wir richten ja auch jährlich den Hafengeburtstag aus. Es wird Leute geben, die sich am 9. Juli wundern werden, dass der Gipfel schon vorbei ist.“

(Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz am 23. Juni bei einem dpa-Politik-Gespräch in der Hansestadt zur Frage, ob die Stadt der passende Austragungsort für den G20-Gipfel sei.)

• „Ich möchte gerne die Diskussion mehr in die Situation führen, dass es eher in Richtung einer Gewissensentscheidung ist, als dass ich jetzt hier per Mehrheitsbeschluss irgendwas durchpauke.“

(Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, am 26. Juni in Berlin bei einem Podiumsgespräch der Zeitschrift „Brigitte“ auf eine Publikumsfrage zur „Homo-Ehe“ .)

• „Lieber Bundeskanzler Helmut Kohl, dass ich hier stehe, daran haben Sie entscheidenden Anteil. Danke für die Chancen, die Sie mir gegeben haben. (...) Ich verneige mich vor Ihnen und Ihrem Angedenken – in Dankbarkeit und Demut.“

(Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Europäischen Trauerakt für Altkanzler Helmut Kohl am 1. Juli in Straßburg.)

• „Ich bin keine Verräterin, ich fühle mich sehr gut.“

(Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Elke Twesten am 4. August in Hannover zu ihrem Rückzug aus der Grünen-Fraktion .)

• „Der macht ja viel mehr Selfies als die Kanzlerin, den wähle ich!“

(Ein Jugendlicher am 8. September während einer Wahlkampfveranstaltung in Würzburg über SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.)

• „Wenn ich ein unfreundliches Gesicht aufsetze, erspart mir das 80 Prozent der Gespräche.“

(Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, CDU, am 14. September in Rostock zu seiner Strategie bei Verhandlungen über die Finanzplanung.)

• „Früher habe ich noch Autogramme gegeben, heute mache ich nur noch Selfies. Da hat sich die Welt verändert.“

(Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, am 21. September bei einer Wahlkampfveranstaltung in Gießen zu Veränderungen durch die Digitalisierung.)

• „Sie kann sich warm anziehen. Wir werden sie jagen. Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen – und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.“

(AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland am 24. September nach der Bundestagswahl zur künftigen Rolle seiner Partei .)

• „Ein bisschen wehmütig – und ab morgen kriegen sie in die Fresse!“

(Die neue SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles am 27. September in Berlin auf die Frage, wie sie sich nach ihrer letzten Kabinettssitzung mit den Unionskollegen fühle .)

In die Fresse: Wie aggressiv darf politische Rhetorik sein, Andrea Nahles?

Andrea Nahles: Sollte Jamaika kommen, wird die SPD-Fraktionsvorsitzende Oppositionsführerin. Dann muss sie die Kanzlerin im Bundestag verbal attackieren. Redakteurin Johanna Rüdiger hat sie gefragt, wie aggressiv politische Rhetorik sein darf – und mit Nahles über ihr legendäres "in die Fresse"-Zitat gesprochen.
In die Fresse: Wie aggressiv darf politische Rhetorik sein, Andrea Nahles?

• „Tofu predigen, aber so schnell wie möglich an die Fleischtöpfe wollen: Typisch grün.“

(CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am 23. Oktober zur Forderung der Grünen, in einer Jamaika-Koalition mit der Union und der FDP zwei Vize-Kanzler zu benennen.)

• „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“

(FDP-Chef Christian Lindner am 19. November in Berlin nach dem Abbruch der Jamaika-Sondierungen durch seine Partei .)

• „Wer sich in Wahlen um politische Verantwortung bewirbt, der darf sich nicht drücken, wenn man sie in den Händen hält.“

(Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 20. November in Berlin nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen .)

 
 

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