Briefbomben in den USA – Die Spur führt nach Florida

Die Paketbomben sorgten für Großeinsätze der Polizei, so wie hier in New York.
Die Paketbomben sorgten für Großeinsätze der Polizei, so wie hier in New York.
Foto: Richard Drew / dpa
Im Fall der Paketbomben an Trump-Gegner hat die US-Polizei eine erste Spur. Im Bundesstaat Florida wurde ein Postzentrum durchsucht.

New York.  Auf der Suche nach dem Absender der Paketbomben an prominente US-Demokraten und Kritiker von Präsident Donald Trump haben die Ermittler ein Postzentrum nahe Miami unter die Lupe genommen.

Das FBI erhofft sich Hinweise, wer die insgesamt zehn Päckchen versandt hat, darunter an Ex-Präsident Barack Obama. Das FBI geht davon aus, dass alle Pakete an einer Stelle durch die US-Post gelaufen sind.

Unter den Adressaten waren auch Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, das New Yorker Büro des US-Senders CNN und der Schauspieler und Trump-Kritiker Robert de Niro.

Baupläne für Sprengsatz aus dem Internet

In Kreisen der Ermittler hieß es, die Baupläne für die Sprengsätze stammten aus dem Internet. Mehrere trügen als Absender die Adresse des Büros der demokratischen Abgeordneten Debbie Wasserman Schultz in Florida. Sie war bis 2016 auch Vorsitzende des Democratic National Committee, der nationalen Organisation der Demokraten.

US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen bestätigte gegenüber dem TV-Sender Fox, dass einige Päckchen in Florida aufgegeben wurden. Ein Bombenkommando untersuchte das Verteilzentrum in Opa-locka bei Miami.

Den Behörden zufolge waren die Sprengsätze einfach zusammengebaut. Sicherheitsexperten sagten, ihr Ziel sei es möglicherweise gewesen, Angst zu verbreiten und nicht zu töten. Bisher wurde niemand durch die Rohrbomben verletzt.

„Es ist nach wie vor möglich, dass weitere Pakete geschickt wurden oder werden“, sagte FBI-Vizechef William Sweeney. Ihm zufolge sind landesweit Hunderte Ermittler mit dem Fall befasst.

Am Donnerstag waren weitere verdächtige Päckchen entdeckt worden – eines davon wurde im New Yorker Stadtteil Manhattan gefunden.es war an Hollywood-Star Robert de Niro adressiert. Der Schauspieler ist ein scharfer Kritiker der Politik von US-Präsident Donald Trump.

Die „New York Post“ und andere Medien berichten mit Bezug auf die Polizei, die Sendung sei an das Restaurant des Schauspielers adressiert gewesen. Sein Penthouse befinde sich im gleichen Gebäude. Es handle sich dabei um eine ähnliche Paketbombe, wie sie zuvor am Mittwoch an prominente Demokraten geschickt worden war. „Es scheint derselbe Absender zu sein“, zitiert die „New York Times“ einen Behördensprecher.

Verdächtige Päckchen bei Ex-Vizepräsident Biden abgefangen

Sogar gleich zwei verdächtige Sendungen waren an den früheren demokratischen Vizepräsidenten Joe Biden adressiert. Das erste abgefangene Päckchen gleiche denen, die zuvor unter anderem an Barack Obama und Hillary Clinton verschickt worden waren, berichtete NBC unter Berufung auf Strafverfolger.

Das Päckchen wurde in einer Postfiliale im Staat Delaware gefunden, wo Biden lebt. Das Kommando zur Bombenentschärfung setzte laut NBC einen Roboter ein, auch Bidens Zuhause wurde durchsucht. Verletzt wurde wie bei den Funden der weiteren Päckchens niemand.

Am Mittwoch waren insgesamt acht Paketbomben entdeckt worden, die allesamt an prominente Kritiker von US-Präsident Donald Trump adressiert waren, die meisten von ihnen hochrangige Politiker der Demokraten. Dazu gehörten die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin Clinton, Ex-Präsident Obama und der TV-Sender CNN.

Donald Trump gibt Medien Mitschuld

US-Präsident Donald Trump hat derweil jegliche Schuld von sich gewiesen und erneut die liberalen Medien für die Paketsendungen mitverantwortlich gemacht. Sie vergifteten die Stimmung im Land, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. „Ein sehr großer Teil des Ärgers, den wir heute in unserer Gesellschaft feststellen, wird verursacht durch die absichtlich falsche und ungenaue Berichterstattung in den Mainstream-Medien, die ich als Fake News bezeichne.“

Der Ton sei mittlerweile so „hasserfüllt“, dass er es nicht mehr beschreiben könne, die Medien müssten einen neuen Ansatz finden, so Trump weiter.

(W.B./ba/rtr/dpa)

 
 

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