WDR: Aufregung um neuen Kanal des Senders – „Wahlkampfhilfe für die Grünen“

Wahlkampfhilfe für die Grünen durch den WDR?
Wahlkampfhilfe für die Grünen durch den WDR?
Foto: IMAGO / Future Image, picture alliance/Kay Nietfeld

Wirbel zu Beginn des Superwahljahres um ein neues WDR-Angebot. Hochrangige Politiker von CSU und FDP werfen dem Sender jetzt vor, Wahlkampfhilfe für die Grünen zu leisten.

Der öffentlich-rechtliche WDR sieht sich somit einem heftigen Vorwurf ausgesetzt.

WDR: „Wahlkampfhilfe für die Grünen“ – heftige Vorwürfe aus CSU und FDP

Es geht dabei um ein neues Angebot des Westdeutschen Rundfunks. Der Sender hat eine neue Instagramseite, die sich „Klima.Neutral“ nennt. Vier WDR-Journalisten informieren dort nun über Themen rund um die Klimakrise.

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Mehr über den WDR:

  • Der Westdeutsche Runfunk entstand 1956 durch die Spaltung des NWDR in NDR und WDR.
  • Intendant ist Tom Buhrow
  • Der WDR hat mehrere Hörfunksender. Unter anderem 1Live, WDR 2, WDR 3, WDR 4, WDR 5 und COSMO

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Der stellvertretende CSU-Generalsekretär Florian Hahn ist empört. „Toll, dass die ARD offensichtlich doch noch genug Geld zur Verfügung haben, um Wahlkampfunterstützung für die Grünen zu finanzieren“, postet der Bundestagsabgeordnete auf Twitter.

Auch FDP-Poltiker Alexander Graf Lambsdorff ist entsetzt: „Ich meine ja, dass wir guten ÖRR brauchen, aber das ist unglaublich. Sieben Monate vor der Bundestagswahl macht der WDR einen Kanal als Wahlkampfhilfe für die Grünen auf. Wo sind Kanäle zur Wirtschaftskrise, zur Bildungskrise, zur Digitalisierungskrise usw.? Oder ganz crazy... wie wäre es einfach mit Journalismus, der sich in gebotener Distanz zu seinem Gegenstand kritisch mit diesem auseinandersetzt und nicht in Aktivismus umschlägt?“ Der Liberale legt den vier Journalisten nahe, bei der Wahl selbst zu kandidieren.

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Weitere Politik-Nachrichten:

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WDR in der Kritik: „Medienverhetzung à la Trump“

Doch es gibt auch Gegenwind für die Kritiker. Grünen-Politiker Jan Philipp Albrecht findet das Vorgehen von Alexander Graf Lambsdorff und Florian Hahn ungeheuerlich. Der Umweltminister aus Schleswig-Holstein twittert: „Das ist Medienverhetzung à la Trump und der Versuch, die Klimakrise zum Nischen- und Wahlkampfthema zu verniedlichen.“

Klimaaktivistin Luisa Neubauer lässt die Kritik am neuen WDR-Angebot natürlich auch nicht unkommentiert. Beim Klimawandel handle es sich „um die größte Krise der Menschheit“. Weiter stellt sie klar: „Politiker:innen, die Klimaberichterstattung lieber als Grünen-Wahlkampf verstehen, statt als Aufforderung die eigene Programmatik der Klimakrise entsprechend aufzurüsten, möchte man auch nur fragen, wer sie im Wahljahr 21 denn eigentlich berät. Und wo sie die letzten Jahre waren.“

TV-Satiriker Jan Böhmermann höhnte ebenfalls: „Die Erde macht Wahlkampf für die Grünen!“

 
 

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