Wahlmarathon geht in die Endrunde

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Washington. Mit den Vorwahlen in Kentucky und Oregon geht der Wahlmarathon der US-Demokraten in die Endrunde.

Danach folgen bis zum 3. Juni noch drei weitere Abstimmungen, die endgültig über den Sieger im Duell zwischen Hillary Clinton und Barack Obama entscheiden dürften. Beobachter erwarten noch drei Siege für Obama und zwei Siege für Clinton.

Kentucky (20. Mai): In dem ländlich geprägten Staat im Südosten kann Clinton mit einem deutlichen Sieg rechnen. Kentucky (4,1 Millionen Einwohner) weist viele jener Wählergruppen auf, unter denen Clinton bislang besonders gut gegen Obama abschnitt: Arbeiter, Menschen mit geringerem Bildungsstand, Landbevölkerung. Die Einkommen sind im US-Vergleich niedrig, die Arbeitslosigkeit hoch. Wie überall im «Bibel-Gürtel» im Süden der USA sind viele Menschen hier konservativ eingestellt. In den Vorwahlen werden 51 der 4049 Delegierten für den Nominierungsparteitag der Demokraten im August bestimmt.

Oregon (20. Mai): In der liberalen Hochburg an der Pazifikküste gilt Obama als haushoher Favorit. In politischer Ausrichtung und Sozialstruktur ist Oregon (3,4 Millionen Einwohner) fast das Gegenteil von Kentucky: Der Bildungsstand ist hoch, viele High-Tech-Unternehmen haben sich hier angesiedelt. Der Staat gilt in den USA als Vorreiter im Umweltschutz, die Metropole Portland ist eine der Hochburgen der Alternativkultur in den USA. Mit Kentucky hat Oregon indes gemein, dass mehr als 90 Prozent der Einwohner weißer Hautfarbe sind. In den Vorwahlen werden hier 52 Delegierte für den Demokraten-Parteitag bestimmt.

Puerto Rico (1. Juni): Auf der Karibik-Insel könnte Clinton ihren letzten großen Vorwahl-Sieg feiern. Die meisten der vier Millionen Einwohner sind spanischsprachige Latinos, die bislang zu Clintons Kernklientel zählten. Puerto Rico hat eine Ausnahmestellung: Es gehört zu den USA, ist aber kein Bundesstaat, weswegen die Bürger nicht an der Präsidentschaftswahl teilnehmen dürfen. Nur die Demokraten gewähren den Puertoricanern für ihre Vorwahlen das Stimmrecht. Wegen des knappen Rennens spielt die Insel, die 1898 von Spanien an die USA fiel, erstmals überhaupt eine Rolle im US-Wahlkampf. Bestimmt werden hier 55 Delegierte.

Montana (3. Juni): Der Staat in den nördlichen Rocky Mountains ist für die Kandidaten beinahe unerforschtes Terrain. Aktuelle Umfragen gibt es nicht; Beobachter sehen aber einen Vorteil für Obama, der in Montanas Nachbarstaaten bislang klare Siege erzielt hatte. Montana ist so groß wie Deutschland, zählt aber nur knapp eine Million Einwohner. Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus verschaffen Montana derzeit einen Wirtschaftsboom, die Bevölkerung wächst rasch. In den Vorwahlen werden nur 16 Delegierte für den Parteitag bestimmt.

South Dakota (3. Juni): Gemeinsam mit Montana setzt der dünn besiedelte Präriestaat den Schlusspunkt im Vorwahl-Marathon. Erwartet wird ein klarer Sieg von Obama. Die Wirtschaft ist von Ackerbau und Dienstleistung geprägt, die Arbeitslosenrate zählt zu den niedrigsten in den USA. Der Staat zählt nur 780.000 Einwohner, er entsendet 15 Delegierte auf den Wahlparteitag. (afp)

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