VRR-Kunden  sollen  bei  jeder Fahrt ein- und auschecken

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Der VRR plant die Einrichtung eines völlig neuen Kontroll- und Zugangssystems für seine 1,4 Millionen Kunden, die täglich mit Zeitkarten in Bussen und Bahnen im Ruhrgebiet unterwegs sind. Die Fahrgäste sollen beim Ein- und Aussteigen an elektronischen Erfassungsgeräten ein- und auschecken.

Essen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) plant die Einrichtung eines völlig neuen Kontroll- und Zugangssystems für seine 1,4 Millionen Kunden, die täglich mit Zeitkarten in Bussen und Bahnen im Ruhrgebiet und reviernahen Regionen unterwegs sind. Vorbild: die Niederlande und Londons U-Bahn-System.

Anders als heute zum Beispiel bei Ticket 1000 oder 2000 sollen die Karten-Inhaber dann bei jeder einzelnen Fahrt an elektronischen Erfassungsgeräten ein- und auschecken. Die VRR-Verantwortlichen wollen auf dieser Basis Fahrgästen zunächst gezielter Informationen übermitteln können, so im Fall von Verspätungen.

Langfristig sei an einen neues „gerechteres“ Preissystem gedacht - zum Beispiel mit kilometergenauen oder zeitabhängigen Abrechnungen, sagte VRR-Sprecher Johannes Bachteler unserer Mediengruppe.

VRR will "Komfort-Nachteile" für Kunden vermeiden

Das Projekt, das in der Gelsenkirchener VRR-Zentrale unter dem Begriff „Elektronisches Fahrgeldmanagement 3“ erarbeitet wird, ist derzeit Gegenstand einer Machbarkeitsstudie. Fällt die positiv aus und stimmen die Gremien des Verbundes zu, in denen die Kommunen vertreten sind, soll das Vorhaben ab Frühjahr 2014 in den Städten Duisburg, Mülheim und Essen Pilot-Tests unterzogen werden.

„Wir wollen Vorteile und Nachteile abwägen“, sagt Bachteler. Es gebe noch „viele offene Fragen“. So würden mögliche „Komfort-Nachteile“ für die Kunden genau überprüft, das gelte auch für Datenschutz-Fragen.

Angst vor Technikpannen belastet Kunden

„Die Einführung eines obligatorischen Check In-/Check out-Systems für Zeitkarteninhaber ist weder notwendig noch sinnvoll“, kritisiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die VRR-Pläne. Zu den Nachteilen zählt nach VCD-Ansicht nicht nur die Bildung von Schlangen vor den Erfassungsautomaten während der Stoßzeiten.

Kunden könnten auch „bis zu zwölfmal am Tag dem Druck ausgesetzt sein, mit zusätzlichen Kosten belastet zu werden“. Funktioniere die Erfassung nicht, könne man bei Kontrollen schnell als Schwarzfahrer mit 40 Euro zur Verantwortung gezogen werden. Die Erfahrung hätten Bus- und Bahn-Kunden in den Niederlanden machen müssen.

„Keine Zugangssperren in Bahnhöfen und Fahrzeugen“, verlangt der Verkehrsclub, der das Thema am nächsten Samstag in Düsseldorf auf einem Verkehrsforum diskutieren will. Er sieht eher in „aufladbaren Chipkarten, Handy- und Internet-Tickets die Zukunft“.

 
 

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