Vom König zum Bettler

Sie waren Sonnenkönige, nun sind einige von ihnen Bettler: Viele der deutschen Solarunternehmen stecken in argen ­Schwierigkeiten, eine Pleitewelle rollt.

Wie konnte das geschehen?

Die Branche schiebt die Schuld auf die Bundesregierung. Wegen der außerplanmäßigen Kürzung der Förderung für die Photovoltaik. Darin steckt ein Körnchen Wahrheit, aber zum überwiegenden Teil Ablenkung.

Richtig ist, dass die Kürzung zu kurzfristig kam, sodass sich Firmen und Kunden nicht darauf einstellen konnten. Urplötzlich waren geplante Anlagen unwirtschaftlich.

Doch zur ganzen Wahrheit gehört, dass das Geschäftsmodell der Branche in erster Linie auf einer Subvention beruht. Man hat sich darauf verlassen, dass die Milliarden-Quelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) niemals versiegt. So machte sich ­Bequemlichkeit breit. Die Unternehmen nahmen es nicht ernst, dass die Chinesen
mit Macht – und mit Hilfe deutscher Produktionsanlagen – in den Markt drängten.

Konsequenz: Ein Teil der Solarförderung fließt indirekt nach China und die deutschen Firmen sind nicht fit für den rauen Wettbewerb.

 
 

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