Vize-Finanzminister der Unterschlagung beschuldigt

DerWesten

Moskau. Acht Tage nach seiner Festnahme ist der stellvertretende russische Finanzminister Sergej Stortschak am Freitag formell des versuchten Betrugs beschuldigt worden.

Stortschak stehe im Verdacht, an der versuchten Unterschlagung von umgerechnet 30 Millionen Euro beteiligt gewesen zu sein, teilte sein Anwalt Jegor Pastuchow der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti mit. Stortschak bleibe deshalb im Geheimdienstgefängnis Lefortowo in Moskau. Ihm drohten zwischen fünf und zehn Jahren Haft.

Stortschak ist seit November 2005 stellvertretender Finanzminister. Davor war er als Leiter der Abteilung für internationale Finanzbeziehungen vor allem mit der öffentlichen Verschuldung befasst. Seine überraschende Festnahme wurde von den russischen Medien als Versuch des Geheimdienstes gewertet, den liberalen Flügel der russischen Regierung kurz vor der Parlamentswahl am 2. Dezember zu schwächen. Finanzminister Alexej Kudrin will sich laut seinem Sprecher für eine vorläufige Freilassung seines Stellvertreters einsetzen. Kudrin bürge dafür, dass sich Stortschak «korrekt verhalten und jederzeit den Ermittlern Rede und Antwort stehen wird», sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur ITAR-TASS. (afp)