Viele Politiker mit Stinkern unterwegs

Berlin. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) fährt einen der klimaschädlichsten Dienstwagen unter allen Landeschefs. Dies geht aus der neuen Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor, die jedes Jahr vorgenommen wird. Demnach erzeugt Krafts Audi 221 Gramm Kohlenstoffdioxid je Kilometer. Schlechter schneidet nur der Audi von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit 277 Gramm CO2 ab. Im selben Modell ist NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) unterwegs.

Kraft und Jäger hätten sicherheitsgeschützte Dienstwagen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Rudolf Schumacher der NRZ. „Deshalb haben die Fahrzeuge stärkere Motoren, die mehr CO2 ausstoßen.“ Die Sicherheitseinstufung habe die zuständige Polizeibehörde vorgenommen, sagte Schumacher weiter. Die Bewertung fällt in den Bundesländern offenbar unterschiedlich aus. Jedenfalls pustet der BMW von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) nur 146 Gramm CO2 in die Luft und der VW von Innensenator Michael Neumann (SPD) 134 Gramm.

Rote Karte für den Grünen

Als „enttäuschend“ stufte die DUH das Abschneiden des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ein. Der Grünen-Politiker erhielt für 193 Gramm CO2 pro Kilometer die „Rote Karte“. Nach wie vor sei eine große Mehrheit der Bundesminister und Länderchefs mit überdimensionierten und klimaschädlichen Autos unterwegs, kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Gleichwohl ist der CO2-Ausstoß der Fahrzeuge der Bundesminister zuletzt gesunken. Am schlechtesten hat der Mercedes von Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) mit 193 Gramm CO2-Ausstoß je Kilometer abgeschnitten. Allerdings sind die Fahrzeuge der Kanzlerin sowie des Innen-, Außen-, Finanz- und Verteidigungsministers nicht im Ranking enthalten.