Viele Deutsche fürchten Ausbreitung des Islams

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Köln. Ein Großteil der Deutschen hat Angst, dass sich der Islam auch hierzulande immer stärker ausbreitet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Der Bamberger Erzbischof Schick fordert indes die Muslime in Deutschland auf, sich für den Kirchenbau in muslimisch geprägten Ländern stark zu machen.

Die Sorge vor einer zu starken Ausbreitung des Islams ist auch in Deutschland weit verbreitet. Nach einer am Freitag veröffentlichten ARD-Umfrage macht sich nur rund ein Fünftel (22 Prozent) der Bundesbürger gar keine Sorgen in dieser Hinsicht. 39 Prozent der insgesamt 1.000 von Infratest dimap Befragten gaben an, sie hätten «ein wenig Sorge», und 36 Prozent machen sich laut ARD-Deutschlandtrend sogar große Sorgen.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte derweil die in Deutschland lebenden Muslime auf, sich für den Bau von Kirchen in muslimisch geprägten Ländern einzusetzen - im Gegenzug für die Akzeptanz von Moscheen in Deutschland. Dies geschehe nicht oder zu wenig, bemängelte der katholische Geistliche im Interview des «Bayernkuriers».

Dort wird Schick mit den Worten zitiert: «Die islamischen Bürgerinnen und Bürger sollen Moscheen bauen dürfen, wozu übrigens nach dem Koran das Minarett nicht unbedingt dazugehört. Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut.» Sie müssten sich aber zugleich für den Bau von Kirchen in muslimisch geprägten Ländern, zum Beispiel in der Türkei und Saudi Arabien, einsetzen. «Das tun sie nicht oder zu wenig», kritisierte der Bischof.

Kirchenbau in der Türkei wäre ein "großes Zeichen"

Diese Tatsache mache die christliche Bevölkerung in der Bundesrepublik unsicher. Wenn Muslime hier ihre Gotteshäuser bauten, «müssen sie auch auf die gewachsene Baukultur Rücksicht nehmen und Dominanzversuchungen widerstehen. Da sind unsere muslimischen Mitbürger und Mitbürgerinnen gefordert.»

Wenn alle Türken hierzulande sagen würden, sie wünschten, dass die Regierung in Ankara den christlichen Kirchen in der Türkei einen öffentlich-rechtlichen Status zuerkenne und erlaube, Kirchen zu bauen, «wäre das ein großes Zeichen», fuhr Schick fort. Die türkische Regierung würde dies ernst nehmen müssen. «Sicherlich würde es auch die Akzeptanz der muslimischen Bevölkerung in Deutschland, in der Schweiz und in anderen Ländern sehr fördern», wird der Bamberger Erzbischof zitiert. (ap)

 
 

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