Verteidigungsminister de Maizière schließt deutschen Kampfeinsatz in Mali aus

Einen Kampfeinsatz der Bundeswehr in Mali hat Verteidigungsminister de Maizière ausgeschlossen. Über eine mögliche logistische Unterstützung müsse noch entschieden werden. Französische Soldaten kämpfen seit Freitag an der Seite malischer Truppen gegen islamistische Rebellen. Die drohen mit Vergeltung.

Berlin. Verteidigungsminister Thomas de Maizière schließt einen Kampfeinsatz deutscher Soldaten in Mali aus. Über eine mögliche Beteiligung Deutschlands an einer Ausbildungsmission sei noch keine Entscheidung gefallen, sagt der CDU-Politiker am Montag im Deutschlandfunk.

Erste Planungen gebe es aber bereits. Bevor deutsche Ausbilder in das afrikanische Krisenland geschickt werden könnten, benötige man einen politischen Konsens über das Engagement der internationalen Gemeinschaft in Mali. Auch eine mögliche logistische Unterstützung, etwa mit Flugzeugen für die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas zum Transport von Truppen, werde man gegebenenfalls prüfen.

Auch SPD gegen Kampfeinsatz in Mali

Aus Sicht der SPD sollte Deutschland Frankreich beim Militäreinsatz in Mali helfen. Der verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, sagte am Montag dem Hörfunksender NDR Info, im Falle einer Anfrage sollte die Bundesrepublik ernsthaft etwa über logistische Hilfe debattieren. Es sei falsch - wie Außenminister Guido Westerwelle (FDP) - reflexhaft alles auszuschließen. Für Frankreich sei dies die Nagelprobe für eine gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik.

Aus bündnispolitischen Gründen müsse Deutschland deshalb darüber nachdenken, gemeinsam mit Frankreich etwa malische Soldaten auszubilden, schlug Arnold vor. Voraussetzung sei, dass es nicht zu einem Kampfeinsatz komme. Klar sei aber auch, dass niemand deutsche Kampftruppen nach Mali entsenden wolle.

Angeblich 60 Tote durch französische Luftangriffe

De Maizière lobte die Entscheidung Frankreichs, die Offensive der Islamisten im Wüstenstaat militärisch zu stoppen. Französische Soldaten kämpfen seit Freitag an der Seite malischer Truppen, um den Vormarsch islamistischer Rebellen in den Süden des Landes zu aufzuhalten. "Frankreich hat gehandelt, das war konsequent und richtig und verdient Unterstützung", sagte de Maizière.

Bei den französischen Luftangriffen in Mali sind nach Angaben von Einwohnern in der Stadt Gao mehr als 60 islamistische Kämpfer getötet worden. Vor allem im Militärlager von Gao habe es zahlreiche Tote gegeben, sagten Einwohner der Stadt im Norden des westafrikanischen Landes und Sicherheitskräfte am Montag. Bei den Angriffen am Sonntag sei eine "Versammlung" von islamistischen Kämpfern getroffen worden, die Überlebenden hätten die Leichen in der Nacht geborgen.

Islamistische Rebellen drohen mit Vergeltung

Nach den Luftangriffen Frankreichs haben islamistische Rebellen mit Vergeltung gedroht. "Frankreich hat den Islam angegriffen. Wir werden Frankreich ins Herz treffen", sagte ein Sprecher der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), Abou Dardar, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Überall. In Bamako, in Afrika und in Europa." Er kündigte zudem eine Erklärung zu den acht französischen Geiseln an, die sich derzeit in der Gewalt von Islamisten in der Sahel-Zone befinden.

Augenzeugen zufolge gab es neben dem Angriff auf das Lager in Gao Angriffe auf Léré und Nampala nahe der Grenze zu Mauretanien. Am Montag griffen Rebellen die Stadt Diabaly an. Von malischen Sicherheitskräften verlautete, die Kämpfer seien vor französischen Angriffen nahe der mauretanischen Grenze geflohen. Die Gruppe werde von Abou Zeid geführt, einem Kommandeur der Extremistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI). Die malische Armee habe einen Helikopter nach Diabaly geschickt, hieß es weiter. (dpa/dapd/afp)