Verstehen und verstanden werden

Der einzige Staat, in dem heute noch Latein gesprochen wird, ist der Vatikan, und selbst hier immer seltener. Der Nutzen von ­Latein bei Auslandsreisen schwindet ja schon seit einigen Jahrhunderten.

Es gibt nur noch zwei Gründe, Latein zu lernen. Erstens, weil es Universitäten in etlichen Studienfächern von Medizin bis Geschichte immer noch verlangen – selbst wenn es gar nicht mehr gebraucht wird. Oft ein überflüssiger Zopf, der abgeschnitten ­gehört.

Zweitens aber lernt man mit Latein am besten die Logik einer Sprache, als Fundament für andere Sprachen – aber wie viele Sprachen lernt man im Leben?

Unsere Kinder sprechen heute vom ersten Schuljahr an Englisch, und es fällt ­ihnen gar nicht so schwer, wie man früher glaubte. Eine zweite Sprache können sie noch gründlich lernen.

Welche, das sollte sich allerdings nicht nur nach den Forderungen der Wirtschaft richten. Die können in sechs ­Jahren schon wieder ganz andere sein. Es ist noch nicht lange her, dass empfohlen wurde, Russisch zu lernen. Heute weiß man, dass die Russen, mit denen Geschäftsleute zu tun haben, längst Englisch können.

So wäre es das Vernünftigste, eine weitere Sprache zu lernen, die in möglichst vielen Ländern der Welt ­gesprochen wird – Spanisch also. Nicht nur, um Geschäfte zu machen. Sondern um Menschen zu verstehen.

 
 

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