Verschärfte Suche nach Legionellen

Anna Gemündund Tobias Blasius

Warstein.  Fünf Tage nach Bekanntwerden der Erkrankungswelle in Warstein, an der zwei Menschen bereits gestorben sind, fordert die Stadt Warstein jetzt die Besitzer von Anlagen offener Rückkühlung auf, diese unverzüglich zu melden. Wer eine solche Anlage besitzt und diese nicht bis zum Mittwoch, ­28. August, gemeldet hat, dem droht demnach ein Zwangsgeld in Höhe von 20 000 Euro.

Die Anlagen stehen im Verdacht, die Quelle der Legionellen zu sein, an denen bis gestern Nachmittag 95 Menschen erkrankten. Das Gesundheitsamt des Kreises Soest untersuchte mit Experten der Uniklinik Bonn und des Landeszentrums für Gesundheit bisher insgesamt 68 Klimaanlagen im Stadtgebiet Warstein, davon arbeiteten acht Anlagen mit der in Frage kommenden Rückkühltechnik. An allen acht Anlagen wurden mittlerweile Proben gezogen.

Mit ersten Ergebnissen ist ­frühestens am Dienstag zu rechnen. „Die Allgemeinverfügung, die die Stadt nun erlässt, ist lediglich ein weiterer Schritt, um möglichst alle in Fragen kommenden Anlagen überprüfen zu können“, erklärte der Sprecher des Kreises Soest, Wilhelm Müschenborn.

Die Verdunstungskühlanlagen sind in Deutschland nicht meldepflichtig, weswegen keine Übersicht vorliegt, wo diese Anlagen überall verwendet werden. Derweil wehrt sich der Kreis gegen Vorwürfe, zu spät auf den Legionellen-Verdacht reagiert zu haben. „Wir ­haben zügig und zielgerichtet auf den Legionellenausbruch reagiert und die notwendigen Maßnahmen unverzüglich ergriffen“, sagte Kreisdirektor Dirk Lönnecke in einer Stellungnahme.

Auch Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) sieht bislang keine Versäumnisse der zuständigen Behörden. „Wir haben keine Erkenntnisse, dass es Fehler in der Informationskette gegeben hat“, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage dieser Zeitung. Es gebe in solchen Infektionsfällen klare Meldewege und Zuständigkeiten, die nach Einschätzung der Landesregierung eingehalten würden.