Verheugen bangt um Autoindustrie

Detlef Fechtner
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Brüssel. EU-Industriekommissar Verheugen sieht schwarz für die europäische Autobranche. "Die Aussichten sind brutal", sagte er nach einer EU-Sondersitzung zur Autokrise. Staatliche Hilfen für Hersteller und Zulieferer begrüßt er, warnt jedoch vor einem Subventionswettlauf.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen macht sich große Sorgen um die europäische Automobilindustrie. Nicht nur, dass die Branche im Schlussquartal 2008 Absatzeinbußen von 20 Prozent bei Pkw und noch dramatischere Rückgänge bei Lastern habe hinnehmen müssen. Nun stünden ihr weitere Schwierigkeiten bevor. Die Aussichten seien „brutal“, erklärte Verheugen nach einem Sondertreffen mit Ministern und Staatssekretären.

Brüssel heiße deshalb staatliche Hilfen für Hersteller und Zulieferer willkommen. Dazu zählte Verheugen Abwrackprämien oder Steuererleichterungen für schadstoffarme Fahrzeuge. Der deutsche EU-Kommissar deutete an, dass er zudem keine Einwände habe, wenn öffentliche Stellen ihre eigenen Lkw-Flotten früher als geplant erneuerten. Verhindert werden müsste allerdings ein Wettlauf um Subventionen.

Europa verteilt Kredite

Verheugen signalisierte, dass die EU-Kommission bei der Prüfung staatlicher Hilfen den Vorschlägen aus den einzelnen Staaten aufgeschlossen gegenüberstehe. So gebe es keine Bedenken gegenüber Plänen der Franzosen, die ihrer Autobranche massiv unter die Arme greifen wollen.

Flankiert werden die nationalen Maßnahmen durch Kredite der Europäischen Investitionsbank. Deren Vize-Präsident Matthias Kollatz-Ahnen kündigte an, sein Haus wolle schon bis Ende März konkrete Kreditverträge über 3,8 Milliarden Euro abschließen.

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