Verdi verschärft Warnstreik - NRW wird zwei Tage lahmgelegt

In dieser Woche will die Gewerkschaft an zwei Tagen den öffentlichen Personennahverkehr in fast ganz Nordrhein-Westfalen lahmlegen.
In dieser Woche will die Gewerkschaft an zwei Tagen den öffentlichen Personennahverkehr in fast ganz Nordrhein-Westfalen lahmlegen.
Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool
In dieser Woche will die Gewerkschaft an zwei Tagen den öffentlichen Personennahverkehr in fast ganz Nordrhein-Westfalen lahmlegen. Verdi rechnet mit 70 000 Teilnehmern an den Aktionen. Verdi-Chef Bsirske warnt vor einem großen Arbeitskampf im öffentlichen Dienst.

Berlin. Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes will die Gewerkschaft Verdi den öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen in dieser Woche gleich an zwei Tagen lahmlegen. Am Mittwoch und Donnerstag sollen im Ruhrgebiet, im Rheinland und in Ostwestfalen sowie im Sauer- und im Siegerland ganztägig oder zeitweise keine Busse und Straßenbahnen fahren, teilte ein Gewerkschaftssprecher am Montag in Düsseldorf mit. Regionalzüge und S-Bahnen sind von dem Streik nicht betroffen.


Am Donnerstag sollen sich Kitas, Müllabfuhr, Stadtverwaltungen und Sparkassen den Warnstreiks anschließen. Auch in Klinken, Altenheimen, Jobcentern und Bädern sind Arbeitsniederlegungen geplant. Am Flughafen Köln-Bonn sollen Beschäftigte der Bodendienste die Arbeit niederlegen. Verdi rechnet mit 70 000 Teilnehmern an den Aktionen.


Im Tarifstreit geht es um die 2,1 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen. Die Gewerkschaften fordern, die Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent zu erhöhen. Die ersten beiden Verhandlungsrunden waren trotz einer Annäherung ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Runde soll am 31. März beginnen. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot unterbreitet.


"Das ist die letzte eindringliche Aufforderung an die Arbeitgeber, den öffentlichen Dienst wieder an die Durchschnittslöhne in der Gesamtwirtschaft anzugleichen", sagte Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt laut der Mitteilung. Die bisherigen Einlassungen der Arbeitgeberseite seien "noch weit weg von dem, was die Beschäftigten erwarten".


Am ersten Warnstreik am Dienstag vergangener Woche hatten sich laut Verdi rund 50 000 Beschäftigte beteiligt. Busse und Straßenbahnen waren bis auf wenige Ausnahmen in den Depots geblieben.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter 

Verdi-Chef Frank Bsirske hat vor einem großen Arbeitskampf im öffentlichen Dienst gewarnt. Der "Neuen Presse" in Hannover sagte er: Der Arbeitskampf "würde nicht nur von Erzieherinnen, Müllwerkern und Busfahrern getragen, sondern würde die Infrastrukturbereiche in diesem Land breit einbeziehen - unter anderem die Flughäfen." Bsirske meinte: "Der Streik dient dazu, die Verhandlungen zu fördern und zügig zu einem Ergebnis zu kommen."

Nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes setzen die Gewerkschaften ihre Warnstreiks fort. Am Montag legten Beschäftigte in Berlin, Brandenburg und teilweise Baden-Württemberg ihre Arbeit nieder. In Brandenburg sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi vor allem Kommunal- und Landesverwaltungen sowie Kindertagesstätten betroffen. In Berlin hat der Beamtenbund zu Warnstreiks etwa beim Zoll und der Rentenversicherung aufgerufen. In Heilbronn legten Beschäftigte der Verkehrsbetriebe und des Energieversorgers, von Kliniken und Sparkassen ihre Arbeit nieder.

Für den Mittag sind rund 1000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu einer Demonstration vor dem Bundesfinanzministerium aufgerufen. In Brandenburg hat die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte der Kommunal- und Landkreisverwaltungen sowie kommunaler Kitas und Sparkassen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Am Dienstag folgen Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen mit Arbeitsniederlegungen; die übrigen Bundesländer schließen sich ab Mitte der Woche an. Betroffen sein wird vor allem der Nahverkehr (dpa/rtr/afp)