Verdacht auf Korruption bei Stadt Mülheim

Mirco Stodollick

Mülheim.  Die Stadt Mülheim wird offenbar von einem weitreichenden Korruptionsskandal erschüttert, der sich um den im August 2013 fristlos gekündigten Chef der Mülheimer Seniorendienste rankt. Dem Mann wird vorgeworfen, ab 2010 ein umfangreiches Korruptionsnetzwerk aufgebaut zu haben, an dem er und Geschäftspartner der Stadttochter sich bereichert haben sollen. So soll er Geschäftspartnern im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe privat Rechnungen gestellt haben. Angeblich für Beratungs- und Vermittlungstätigkeiten, tatsächlich aber, so der Vorwurf der Stadt, allein für das Zuschanzen von städtischen Aufträgen, die er ohne vorherige Ausschreibung vergeben haben soll.

Die Stadt machte den Korruptionsverdacht am Freitag öffentlich. Man werde die Aufklärung durch die Staatsanwaltschaft „nach allen Kräften unterstützen“. Zeitgleich mit der fristlosen Kündigung hatte die Stadt Strafanzeige gegen den Geschäftsführer gestellt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an, das Landeskriminalamt ist eingeschaltet. Ein eingesetzter Strafrechtler sieht den Skandal Kreise ziehen: „Es stehen eine Reihe von Personen, die aus der Stadtgesellschaft bekannt sind, auf der Liste der Geschäfte, für die ein Korruptionsverdacht abzuklären ist.“ Der Anwalt des Beschuldigten sagte, dieser sei überzeugt, alle Vorwürfe entkräften zu können.