Verband fordert mehr Migranten als Erzieher

DerWesten

Osnabrück. Der Dachverband der Kinder- und Jugendhilfe will die Zahl von Betreuern mit Migrationshintergrund in Kitas verdreifachen.

Mindestens 20 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher sollte ausländische Wurzeln haben, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), Norbert Struck, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Derzeit sind es sieben bis acht Prozent“, sagte er im Vorfeld des Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags, der am Dienstag in Stuttgart beginnt.

Struck forderte zudem bessere Arbeitsbedingungen für die Betreuerinnen und Betreuer. Vor allem freie Träger hätten sich darauf einzustellen, „dass sie das Gehaltsniveau spürbar steigern müssen“. Berufseinsteiger dürften nicht mehr mit befristeten Verträgen bei schlechter Bezahlung verschreckt werden.

Appell an kirchliche Träger

Der Verbandsvorsitzende forderte angesichts des wachsenden Bedarfs an Fachkräften, dass sich kirchliche Träger bei Neueinstellungen von verpflichtender Ehe oder Religionszugehörigkeit verabschieden: „Auch wenn sie als Tendenzbetriebe das Recht zur Auswahl nach eigenen Kriterien haben, erwarte ich, dass die konfessionellen Träger realistisch genug sind, um sich auf die Situation einzustellen.“

Mitglied der AGJ sind die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege wie Rotes Kreuz, Caritas, Arbeiterwohlfahrt und Diakonie, verschiedene Jugendverbände, Jugendämter und die Landesjugendringe sowie Fachorganisationen der Jugendhilfe wie Kinderschutzbund und Lebenshilfe. (afp)