Streit um Fake News – was steckt wirklich hinter diesem Foto?

Straßen blockiert: Zehn Lastwagen mit rund 100 Tonnen Lebensmitteln, Medizin sowie Hygieneartikel trafen in einem Lager nahe der Tienditas-Brücke ein, wie der kolumbianische Katastrophenschutz mitteilte. Die Brücke wird allerdings schon seit Tagen von der venezolanischen Regierung blockiert.
Straßen blockiert: Zehn Lastwagen mit rund 100 Tonnen Lebensmitteln, Medizin sowie Hygieneartikel trafen in einem Lager nahe der Tienditas-Brücke ein, wie der kolumbianische Katastrophenschutz mitteilte. Die Brücke wird allerdings schon seit Tagen von der venezolanischen Regierung blockiert.
Foto: dpa
  • Die politische Situation in Venezuela ist schwierig, nun ist ein Streit um ein Foto entbrannt
  • Im Netz zweifeln Nutzer an der Echtheit eines Fotos von der blockierten Tienditas-Brücke
  • Faktenfinder klären auf, ob etwas an der Kritik an der Darstellung der US-Regierung dran ist

Venezuela. Ist diese Brücke in Venezuela aktuell durch Container blockiert oder nicht? Die vermeintlich blockierte Brücke ist längst zum Symbol für den Machtkampf im Land geworden.

Die USA deuten das Foto und die darauf zusehende Blockade als Beweis dafür, dass in Venezuela eine unmenschliche Politik herrscht, die Hilfslieferungen verhindern will. Im Netz ist jedoch immer wieder von Fake News die Rede. Wer hat nun recht?

Übler politischer Streit um Hilfslieferung

Um die erste Hilfslieferung aus Amerika für die Bevölkerung ist ein heftiger politischer Streit entbrannt. Rund zehn Lastwagen mit 100 Tonnen Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten beladen, warten nach Informationen der US-Regierung in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta vor der Tienditas-Brücke auf die Einfahrt nach Venezuela.

„Die USA und andere Länder versuchen zu helfen“

US-Außenminister Mike Pompeo twittert zum umstrittenen Foto nun die Worte: „Das venezolanische Volk braucht dringend humanitäre Hilfe. Die USA und andere Länder versuchen zu helfen, aber das millitär von #Venezuela unter Maduros Befehl blockiert die Hilfe für Lastwagen und Schiffstanker. Das Maduro-Regime muss die Hilfe der „Starving People“ durchlassen.“

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Google Fotos aus 2017 zeigen Brücke bereits mit Zaun

Die Bilder von der Straßenblockade übernahmen viele große Medien. Im Netz geht nun aber auch das Gerücht um, dass die Fotos ein Fake seien. Die Begründung der Foto-Kritiker: Die Autobahn sei nie in Benutzung gewesen, deswegen könne sie auch jetzt nicht wieder eröffnet werden, um die Container durchzulassen.

Dabei berufen sich die Kritiker auf Google Fotos aus dem Jahr 2017. Hier sieht man den Zaun auf der Brücke bereits, nur ohne Conatainer. Nach Informationen des ARD-Studios Mexiko berichtet tagesschau Faktenfinder dazu, dass zudem etwa 80 Sicherheitskräfte Venezuelas an der Grenze stationiert sind.

Ein Zugang zu der blockierten Stelle sei für unabhängige Journalisten nur von kolumbianischer Seite möglich, so die ARD.

+++Proteste an der Grenzbrücke+++

Brücke wegen Spannungen zwischen Kolumbien und Venezuela nie offiziell eingeweiht

Richtig sei außerdem, dass die Brücke nie für den tatsächlichen Verkehr zur Verfügung stand. „Das binationale Projekt wurde zwar Anfang 2016 abgeschlossen, wegen der Spannungen zwischen Kolumbien und Venezuela aber nicht offiziell eingeweiht - wie der gesamte Grenzverkehr stark eingeschränkt wurde“, so die Faktenfinder.

+++Maas: Maduros Frist ist abgelaufen+++

Brücke kann also nicht „wiedereröffnet“ werden

Die Brücke könne also gar nicht „wiedereröffnet“ werden, wie es beispielsweise die BBC formuliert hatte.

Venezuela will keine Hilfsgüter annehmen: „Denn wir sind keine Bettler

Es sei außerdem möglich, Hilfsgüter über andere Grenzübergänge ins Land zu bringen. Die Tienditas-Brücke sei aber besonders gut geeignet, da sie ziemlich neu sei und nicht so eng wie andere. Es sei aber auch unstrittig, dass Venezuela die Hilfslieferung nicht ins Land lassen wolle. Also ist die politische Situation in Venezuela nach wie vor verfahren.

So hatte Staatschef Nicolás Maduro selbst angekündigt, keine Hilfsgüter ins Land lassen zu wollen. „Denn wir sind keine Bettler“, sagte er dazu.

 
 

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