US-Wahl 2020: Warum Joe Bidens Wahl-Sieg eine Kleinstadt in Irland ausflippen lässt

Marcel Görmann, Matthias Biesel
Biden besiegt Amtsinhaber Trump bei US-Präsidentschaftswahl

Biden besiegt Amtsinhaber Trump bei US-Präsidentschaftswahl

Der US-Demokrat Joe Biden hat die Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Donald Trump gewonnen. Mehrere Fernsehsender rufen den Demokraten zum Sieger in dem erbitterten aus.

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Joe Biden hat die US-Wahl 2020 gewonnen, er wird der 46. Präsident der USA. Mit Kamala Harris wird erstmal eine schwarze, asiatische Frau Vizepräsidentin.

Nach Rechnungen von US-Medien konnte er die Wahlen in den Staaten Nevada und Pennsylvania für sich entscheiden. Somit hat Joe Biden 279 der benötigten 270 Wahlmänner auf seiner Seite.

Donald Trump hat verlauten lassen, dass er das Ergebnis nicht anerkennen wird und feierte sich bei Twitter für die vielen Wähler, die für ihn gestimmt haben.

Alle Entwicklungen zur US-Wahl 2020 erfährst du hier!

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US-Wahl 2020: Ergebnis-Zwischenstand bei den Wahlmännern (nach 46/50 Bundestaaten)

  • Donald Trump: 214 Wahlmänner
  • Joe Biden: 279 Wahlmänner
  • Erforderliche Mehrheit: 270 der 538 Wahlmänner
  • Landesweites Gesamtergebnis: Joe Biden 74,565 Millionen Stimmen (50,5%) - Donald Trump 70,395 Millionen Stimmen (47,7%)

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US-Wahl 2020: Stand der Auszählungen zwischen Trump und Biden (8. November, 20 Uhr)

  • Pennsylvania (20 Wahlmänner)

Biden: 3,357 Millionen Stimmen (49,7%), Trump: 3,314 Millionen (49,1%)

  • Georgia (16 Wahlmänner)

Biden: 2,465 Millionen Stimmen (49,5%), Trump: 2,455 (49,3%)

  • Arizona (11 Wahlmänner)

Biden: 1,633 Millionen Stimmen (49,5%), Trump: 1,613 Millionen Stimmen (48,9%)

  • Nevada (6 Wahlmänner)

Biden: 657.248 Stimmen (50,1%), Trump: 625.784 Stimmen (47,7%)

  • North Carolina (15 Wahlmänner)

Trump: 2,733 Millionen Stimmen (50,0%), Biden: 2,658 Millionen Stimmen (48,6%)

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US-Wahl 2020: Auszählung, Reaktionen und aktuelle Entwicklungen im Ticker

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Sonntag, 8. November

22.50 Uhr: Biden-Sieg lässt Kleinstadt in Irland feiern

Joe Bidens Sieg lässt Menschen auf der ganzen Welt aufatmen. Doch besonders gejubelt wird in einer Kleinstadt in Irland. Bidens Ur-Ur-Ur-Großvater Edward Blewitt stammte aus der Stadt Ballina in der Grafschaft Louth und verließ Irland 1851 Richtung New York.

Die Ahnenforscherin Megan Smolenyak beschreibt Bidens Abstammung als "etwa zu fünf Achtel irisch". „Wir sind mehr als begeistert“, sagte Bidens Cousine dritten Grades, Laurita Blewitt, der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. „Irland ist stolz auf die Wahl von Joe Biden“, gratulierte auch der irische Ministerpräsident Micheal Martin als einer der ersten ausländischen Regierungschefs dem künftigen US-Präsidenten, dessen Vorfahren zu Teilen aus dem EU-Staat kommen.

20.52 Uhr: Trump wettert gegen US-Medien

Nach seiner Abwahl hat sich Donald Trump erneut die von ihm verhassten US-Medien vorgeknöpft. Auf Twitter schreibt der scheidende US-Präsident: „Seit wann bestimmen die 'Lamestream' Medien den nächsten Präsidenten aus? Wir haben alle viel gelernt in den letzten zwei Wochen“.

Unterstützung erhält Trump von seiner Ehefrau. Melania meldete sich erstmals seit den Wahlen auf Twitter zu Wort und wiederholte noch mal die Wahlbetrugsvorwürfe des US-Präsidenten: „Das amerikanische Volk verdient faire Wahlen. Jede legale - nicht illegale - Stimme muss gezählt werden. Wir müssen unsere Demokratie mit voller Transparenz beschützen“, so die First Lady.

19.09 Uhr: Georg W. Bush gratuliert Joe Biden

Der frühere US-Präsident George W. Bush hat dem Demokraten Joe Biden zum Sieg bei der US-Präsidentenwahl gratuliert. Er habe mit dem „gewählten Präsidenten“ Biden und mit der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris gesprochen, teilte der letzte noch lebende republikanische Ex-Präsident am Sonntag mit. „Obwohl wir politische Differenzen haben, weiß ich, dass Joe Biden ein guter Mann ist.“ Bush gratulierte auch dem unterlegenen Amtsinhaber Donald Trump und dessen Unterstützern zu deren Wahlkampf. „Er hat die Stimmen von mehr als 70 Millionen Amerikanern gewonnen - eine außergewöhnliche politische Leistung.“

Bush verwies darauf, dass Trump das Recht habe, Neuauszählungen zu beantragen und juristische Schritte zu ergreifen. Der Ex-Präsident schrieb aber auch: „Das amerikanische Volk kann darauf vertrauen, dass diese Wahl grundsätzlich fair war, dass ihre Integrität gewahrt wird und dass ihr Ergebnis klar ist.“ Bush teilte mit, Biden habe im Gespräch mit ihm betont, dass er als Demokrat kandidiert habe, aber für alle Amerikaner regieren werde. „Ich habe ihm dasselbe angeboten, was ich auch den Präsidenten Trump und Obama angeboten habe: meine Gebete für seinen Erfolg und mein Versprechen, ihm auf jede erdenkliche Weise zu helfen.“

George W. Bush war von 2001 bis 2009 Präsident der Vereinigten Staaten. Auf ihn folgte der Demokrat Barack Obama im Weißen Haus.

17.17 Uhr: Auch Ehefrau Melania soll Trump zu Eingeständnis raten

Nach Schwiegersohn und Berater Jared Kushner soll auch Ehefrau Melania Trump ihrem Mann zur Eingeständnis seiner Wahlniederlage raten. Das berichtet der TV-Sender CNN unter Berufung auf eine anonyme Quelle.

Trump ist am Sonntag erneut in seinem Golf-Club in Virginia. Derweil besuchte der neugewählte US-Präsident mit seiner Familie eine Kirche in Wilmington.

17.00 Uhr: Kamala Harris schreibt dreifach Geschichte

Kamala Harris geht gleich dreifach in die US-Geschichte ein: Sie wird die erste Frau, die erste schwarze Frau und die erste asiatische Frau, die ins Weiße Haus einzieht. An der Seite vom gewählten US-Präsidenten Joe Biden wird sie Vize-Präsidentin. Hier alle Hintergründe zu der Frau, die in ihrer Rede am Sonntag sagte: „Ich bin vielleicht die erste Frau, aber nicht die Letzte!“

15.46 Uhr: Trumps Schwiegersohn soll zu Anerkennung der Wahl raten

Donald Trump will eine Niederlage weiterhin nicht eingestehen. „Wir glauben, dass diese Leute Diebe sind“, twitterte der abgewählte US-Präsident und warf Joe Biden und „the big city maschines“ erneut Korruption vor. Trump zitiert in seinem Tweet seinen republikanischen Parteifreund, den früheren Sprecher des Repräsentantenhauses und treuen Trump-Fan Newt Gingrich, der die Wahl als gestohlen bezeichnet hatte und sich auf britische Demoskopen bezogen hatte.

Genauere Beweise für seinen immer wieder beschriebenen Wahlbetrug bleibt Trump weiterhin schuldig.

Offenbar bröckelt inzwischen der Rückhalt auch in der eigenen Familie. Schwiegersohn und Berater Jared Kushner soll laut der Nachrichtenagentur AP und dem US-Sender CNN anderen gesagt haben, Trump sollte den Ausgang der Wahl anerkennen - auch wenn er das Zustandekommen des Ergebnisses nicht akzeptieren könne.

14.35 Uhr: Donald Trump Junior postet merkwürdigen Tweet

Donald Trump Junior lässt im Gegensatz zu seinem Vater Twitter und seinen Followern keine Ruhe. In einem aktuellen Tweet vom Sonntagnachmittag nach deutscher Zeit lästert er über die Abschmetterung der Demokraten, dass es keinen Wahlbetrug im amerikanischen Wahlsystem geben könne. Er bezieht sich darin auf die Vorwürfe von 2016, als es darum ging, dass Russland die US-Wahl manipuliert habe.

13.46 Uhr: Michelle Obama gratuliert mit Seitenhieb auf Donald Trump

Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, hat Joe Biden und seiner Vize-Präsidentin zum Wahlsieg gratuliert. Und das gleich mehrfach. In einem dieser Tweets kann sie sich einen Seitenhieb auf Donald Trump und dessen Politik nicht verkneifen.

„Ich bin begeistert darüber, dass mein Freund Joe Biden und unsere erste Schwarze und Indisch-Amerikanische Vize-Präsidentin Kamala Harris sich auf den Weg machen, wieder Würde, Kompetenz und Herz ins Weiße Haus zu bringen. Unser Land braucht dies dringend.“

13.12 Uhr: Angela Merkel hofft mit Joe Biden auf bessere Beziehung zu USA

Mit der Wahl von Joe Biden dürften nun Jahre der Entfremdung zwischen Berlin und Washington enden. Denn Biden ist all das, was Trump nie war: ein Transatlantiker alter Schule, ein versierter Außenpolitiker, ein verlässlicher Verhandlungspartner. Über Jahrzehnte hinweg pflegte Biden als Außenexperte im US-Senat und als Vizepräsident enge Kontakte zur deutschen Politik, bei der Münchner Sicherheitskonferenz war er Stammgast.

Sie freue sich auf die „künftige Zusammenarbeit mit Präsident Biden“, schrieb Angela Merkel am Wochenende. „Unsere transatlantische Freundschaft ist unersetzlich.“ Die Qualität der deutsch-amerikanischen Beziehungen hängt eben immer auch vom Verhältnis der führenden Akteure ab. Trump war bereits der dritte US-Präsident, mit dem Merkel zu tun hatte - und der einzige, zu dem sie keinen Zugang fand. Er hatte sie unter anderem als "dumm" bezeichnet.

12.35 Uhr: Über die Macht im US-Senat wird am 5. Januar in Georgia entschieden

Nach dem Sieg von Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl ist weiter offen, wer künftig die Kontrolle im mächtigen US-Senat haben wird. Für die zeitgleich mit der Präsidentschaftswahl abgehaltene Wahl zum US-Kongress meldeten die US-Sender am Samstag, dass die Entscheidung über die beiden Senatorenposten aus dem Bundesstaat Georgia in Stichwahlen fallen wird.

Der Senat kann wichtige Gesetzesvorhaben des Präsidenten blockieren. Sollte Biden mit einem weiter von den Republikanern kontrollierten Senat regieren müssen, hätte er deutlich weniger Handlungsspielraum als Präsident Donald Trump in seiner Amtszeit. Hätte er neben dem Repräsentantenhaus, wo die Demokraten ihre Mehrheit verteidigten, auch den Senat auf seiner Seite, könnte er mit voller Rückendeckung des Kongresses regieren.

11.40 Uhr: Viele Regierungschefs gratulieren Joe Biden bisher nicht

Viele Regierungschefs haben den gewählten US-Präsidenten Joe Biden bereits zu seinem Wahlsieg gratuliert. Darunter auch Angela Merkel. Doch aus einigen Ländern fehlt bisher der Glückwunsch, wie zum Beispiel aus Russland und Slowenien. Sloweniens Präsident hatte bereits kurz nach dem Wahltag Donald Trump zum Sieg gratuliert. Dessen Frau Melania Trump stammt ursprünglich aus Slowenien.

Aus Russland, das sich in die Wahl 2016 nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste zugunsten Trumps eingemischt hatte, gab es bisher keine Reaktion.

Trumps enger Verbündeter, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, gratulierte Biden am Sonntagmorgen zum Sieg. Biden sei „ein großer Freund Israels“, schrieb Netanjahu auf Twitter. In einem gesonderten Tweet bedankte er sich bei Trump, unter anderem für die Anerkennung Jerusalems als ungeteilte Hauptstadt Israels.

11.01 Uhr: Tochter von Hunter Biden postet emotionales Bild bei Twitter

Die Enkelin von Joe Biden und Tochter von Hunter Biden hat nach dem Wahlsieg ein emotionales Bild gepostet. Es zeigt die ganze Familie des gewählten Präsidenten der USA im Kuschel-Modus, eine Gruppen-Umarmung ist im Bild zu sehen.

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Joe Biden schaut glücklich in die Kamera, die Enkel und Kinder drücken sich an ihn. Seine Enkelin schreibt das Datum der Entstehung des Bildes dazu, der 11. Juli 2020. Der Auslöser der Gruppen-Umarmung damals ist unbekannt, aber es passt dennoch zur aktuellen Situation.

9.25 Uhr: Donald Trump Junior wettert gegen Journalisten

Der Sohn des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump wettert bei Twitter gegen Journalisten, nachdem der Wahlsieg von Joe Biden bekannt geworden ist. Er gibt ihnen indirekt die Schuld an der Niederlage seines Vaters.

„Die Medien haben fünf Jahre damit verbracht, Trump einen Rassisten und Frauenfeind zu nennen. Und trotzdem ist die Unterstützung von Frauen und jeder Minderheit für ihn gewachsen.“

7.51 Uhr: Donald Trump und sein Sohn eskalieren bei Twitter

Während sich Joe Biden feiern lässt als gewählter US-Präsident, hat der noch amtierende US-Präsident Donald Trump sein vorheriges Golf-Spiel sausen lassen und sich wieder Twitter zugewandt. Dort lassen er und sein Sohn Donald Junior einige Sätze fallen, die es in sich haben. Kurz vor der Verkündung von Bidens Sieg hatte Trump erneut betont, dass er der gewählte Präsident sei.

Sein Sohn Donald Junior hingegen betont, dass 70 Millionen Republikaner ganz schön sauer seien. Und trotzdem brenne keine Stadt. Ob er das positiv oder negativ meint, bleibt offen.

7.30 Uhr: Joe Biden hat emotionale Rede gehalten

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner zu einem Neubeginn ermuntert. „Lasst uns diese düstere Ära der Dämonisierung hier und jetzt zu Ende gehen lassen“, sagte Biden am Samstagabend (Ortszeit) in seiner Siegesrede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. Er rief zu überparteilicher Zusammenarbeit auf. Die Wähler verlangten, dass Republikaner und Demokraten in ihrem Interesse kooperierten, sagte Biden.

„Wir haben die Chance, die Verzweiflung zu besiegen, eine Nation des Wohlstands und Ziele aufzubauen. Wir können das schaffen“, sagte Biden etwas später in seiner Rede. Die Amerikaner hätten ihm das Mandat gegeben, den Kampf gegen das Coronavirus zu führen, für Gerechtigkeit zu sorgen und strukturellen Rassismus auszurotten. „Der Kampf, den Anstand wieder herzustellen, die Demokratie zu verteidigen und jedem in diesem Land eine faire Chance zu geben.“

Zuvor hatte auch seine zukünftige Vize-Präsidentin Kamala Harris das Wort ergriffen.

Die ersten Reaktionen von Joe Biden nach seinem Sieg im Überblick:

  • „Ich bin geehrt und demütig über das Vertrauen, das das amerikanische Volk mir und der gewählten Vizepräsidentin Harris entgegengebracht hat.“
  • „Nach Abschluss des Wahlkampfes ist es an der Zeit, die Wut und die harte Rhetorik hinter uns zu lassen und als Nation zusammenzukommen.“
  • „Es ist Zeit für Amerika zusammenzukommen. Und zu heilen.“
  • „Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Und es gibt nichts, was wir nicht tun können, wenn wir es zusammen tun.“

Samstag, 7. November

22.46 Uhr: Die Wahlversprechen von Joe Biden

Wofür steht Joe Biden eigentlich? Welche Themen wird er zuerst angehen? Von Gesundheitspolitik bis Klimaschutz, das sind die Ziele des neuen US-Präsident.

22.27 Uhr: Außenminister Maas mit deutlichen Worten

Außenminister Heiko Maas (SPD) warb auf Twitter für einen Neustart der schwer angeschlagenen Beziehungen zu den USA. „Wir wollen in unsere Zusammenarbeit investieren, für einen transatlantischen Neuanfang, einen New Deal.“ Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) äußerte sich ähnlich: „Jetzt gibt es die Chance, ein neues und spannendes Kapitel in den transatlantischen Beziehungen aufzuschlagen.“

22.13 Uhr: Trump-Anwälte stehen vor alter Garage

Gerade als CNN verkündete, dass Joe Biden zum 46. Präsident der USA gewählt worden ist, versammelten sich Trumps Anwälte. Eine „große Pressekonferenz in Philadelphia“ kündigte der US-Präsident an. Der Ort: Four Season. Doch statt vor einem luxuriösen Hotel, trafen sich Presse und Anwälte auf einem Parkplatz am Stadtrand an einer Gärtnerei.

Amerikanische Medien berichten, dass Trump wohl das Hotel Four Season gemeint hatte, es jedoch auf eine gleichnamige Gärtnerei Four Seasons Total Landscaping in Philadelphia gibt. So standen die Anwälte vor einer alten Garage und erklärten, warum sie die Wahl rechtlich anfechten werden. Wieso es zur Wechselung kam, ist nicht bekannt.

21.16 Uhr: Trump-Nichte feiert Biden-Sieg

Mary L Trump hat nicht gerade das beste Verhältnis zu ihrem Onkel Donald. Seine Niederlage feiert sie mit einem Glas Sekt am Strand mit einer „Biden/Harris“-Cap auf dem Kopf. Öffentlich sprach sie sich für die Demokraten und gegen Donald Trump aus. So schrieb bei Twitter, während sich eine Niederlage des amtierenden Präsidenten anbahnte: „So sieht es aus, wenn ein Verlierer verliert.“

21.03 Uhr: Trump-Wahlkampfteam sammelt nach Niederlage weiter Spenden

Trotz der Wahlniederlage von US-Präsident Donald Trump ruft das Wahlkampfteam des Republikaners Anhänger weiter zu Spenden für Prozesse gegen die Ergebnisse auf. Aus dem Kleingedruckten der Spendenaufrufe geht allerdings hervor, dass mit den Geldern auch Wahlkampfschulden abbezahlt werden sollen. In einer E-Mail des Wahlkampfteams vom Samstagnachmittag hieß es: „Der eklatante Wahlbetrug in korrupten, von Demokraten regierten Städten ist beispiellos. Die Linke hat bewiesen, dass es nichts gibt, was sie nicht tun würde, um dem amerikanischen Volk die Macht zu entreißen.“

Weiter steht in der im Namen von Donald Trump verschickten Mail: „Wenn sie hinter mir her sind, sind sie in Wirklichkeit hinter Euch her und allem, wofür Ihr steht. Diese Wahl ist noch nicht vorbei. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, und ich muss wissen, dass ich auf Dich zählen kann.“ Beim Klick auf einen Link in der Mail wird der Nutzer auf eine Internetseite geleitet, auf der es heißt, Trump stelle eine „Task Force“ zur Verteidigung der Wahl zusammen.

Auf der Seite werden Spenden zwischen 5 Dollar (4,21 Euro) und 2800 Dollar vorgeschlagen, oder aber ein frei wählbarer Betrag. Wer nach unten scrollt, findet dort im Kleingedruckten die Information, dass 60 Prozent der Beiträge auf ein Konto fließen, mit dem Wahlkampfschulden abbezahlt werden. Trump hat bei der Wahl Betrug bemängelt, wofür es bislang keine Belege gibt. Er hat angekündigt, juristisch gegen Bidens Wahlsieg vorzugehen.

20.45 Uhr: Joe Biden will Corona-Taskforce einrichten

Der frisch gewählte US-Präsident Joe Biden will US-Medienberichten zufolge schon am Montag einen Expertenrat zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie vorstellen. Die Einrichtung des Gremiums noch vor der Bekanntgabe der Personalwahl für erste Kabinettsposten unterstreiche, welche Bedeutung Biden dem Kampf gegen die Pandemie einzuräumen plane, berichtete am Samstag die Nachrichtenseite „Axios“. Dem Sender CNN zufolge soll es sich um ein zwölfköpfiges beratendes Expertengremium handeln.

Der amtierende Präsident Donald Trump wird noch bis zur geplanten Amtseinführung Bidens am 20. Januar weiter regieren. Biden hatte jedoch schon vor der Wahl vom Dienstag erklärt, dass er sich im Falle eines Wahlsiegs umgehend mit Gouverneuren und Bürgermeistern kurzschließen würde, um den Kampf gegen die Pandemie voranzutreiben.

20.36 Uhr: Bidens Frau Jill: Er wird ein Präsident aller unserer Familien sein

Die Frau des gewählten US-Präsidenten Joe Biden hat den Amerikanern versprochen, dass ihr Mann sich für alle Familien im Land einsetzen werde. Jill Biden veröffentlichte am Samstag ein Foto auf Twitter, das sie und ihren Mann in einem Wohnzimmer zeigt. Biden trägt eine Schirmmütze mit der Aufschrift „We just did“ (etwa: Wir haben es geschafft.). Die beiden halten ein Schild in die Kamera, auf dem geschrieben steht: „Dr. & Vize-Präsident Biden leben hier.“ Das nun überflüssige Wort „Vize“ verdeckt die 69-jährige Jill Biden mit ihrer Hand.

Biden war unter Barack Obama acht Jahre lang Vize-Präsident der Vereinigten Staaten. Am Samstag war er von US-Medien zum Gewinner der Wahl gegen den amtierenden Präsidenten Donald Trump erklärt worden. Biden sei mit seiner Familie zu Hause gewesen, als er von der Nachricht erfahren habe, berichtete der TV-Sender ABC News unter Berufung auf einen Mitarbeiter Bidens.

20.29 Uhr: Biden gewinnt laut US-Medien auch in Nevada

Mehrere US-Medien berichten, dass Joe Biden auch im Bundesstaat Nevada gewonnen hat. Damit sicherte Biden sich die Stimmen sechs weiterer Wahlleute und verbessert nochmal seine Position im absehbaren juristischen Kampf gegen den bisherigen Amtsinhaber Donald Trump um das Wahlergebnis.

Damit hätte er 279 Wahlmänner auf sich vereinigt.

20.09 Uhr: Britischer Premier Johnson gratuliert Biden und Harris

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat Joe Biden zu dessen Wahl zum US-Präsidenten und Kamala Harris zu „ihrem historischen Erfolg“ gratuliert. „Die USA sind unser wichtigster Verbündeter“, schrieb Johnson am Samstagabend auf Twitter, nachdem die Nachrichtenagentur AP und mehrere US-Sender Bidens Sieg über den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump ausgerufen hatten. Er freue sich auf eine enge Zusammenarbeit bei den gemeinsamen Prioritäten, vom Klimawandel bis hin zu Handel und Sicherheit, schrieb Johnson.

In Großbritannien vermuten Kommentatoren, dass die Wahl auch die Verhandlungen um einen Brexit-Handelspakt zwischen Brüssel und London fördern könnte. Biden gilt als EU-freundlich, Donald Trump wollte hingegen ein lukratives Handelsabkommen mit Großbritannien abschließen.

20.04 Uhr: Joe Biden spielt Golf, während Joe Biden gewinnt

US-Präsident Donald Trump hat die Nachricht seiner Wahlniederlage bei einem Besuch seines Golfclubs in Virgina ereilt - seinem ersten Ausflug aus dem Weißen Haus seit der Wahl. Trump war am Samstagvormittag vom Weißen Haus aus zu seinem Golfclub gefahren und dort um 10.39 Uhr (Ortszeit/16.39 MEZ) angekommen, wie Reporter aus dem Begleittross des Präsidenten berichteten. Kurz vor 11.30 Uhr meldeten US-Medien übereinstimmend, dass Trumps Herausforderer Joe Biden die Wahl gewonnen habe. Den Berichten zufolge hielt in der Nähe des Golfclubs eine Person ein Schild mit der Aufschrift „Good Riddance“ (in etwa: Auf Nimmerwiedersehen) hoch.

Vor der Rückfahrt zum Weißen Haus berichteten Reporter am frühen Samstagnachmittag, vor der Einfahrt zu dem Golfclub hätten sich Dutzende Unterstützer sowohl Bidens als auch Trumps eingefunden. Auf Schilden von Trump-Gegnern habe etwa gestanden: „Du bist gefeuert“ und „Pack Deinen Scheiß und geh“. Fahrzeuge mit Trump-Flaggen seien hin- und hergefahren und hätten gehupt. Aus einem der Fahrzeuge habe jemand per Lautsprecher gerufen: „Die Medien lügen über alles.“ Die Reporter aus dem Begleittross berichteten, der Konvoi mit dem Präsidenten sei um 14.30 Uhr vom Golfclub aus aufgebrochen.

19.25 Uhr: Barack Obama: „Könnte nicht stolzer sein“

Barack Obama gratuliert seinem ehemaligen Vize- und zukünftigen Präsidenten Joe Biden. „Ich könnte nicht stolzer sein unserem neuen Präsidenten Joe Biden und unserer First Lady Jill Biden zu gratulieren.“ Ebenfalls gratuliert er der neuen Vizepräsidentin Kamala Harris und ihrem Mann Doug Emhoff.

„Wenn alle Stimmen ausgezählt sind, werden Biden und Harris einen historischen und entscheidenden Sieg eingefahren haben.“ Dennoch betont Obama ebenfalls die großen Aufgaben, die vor Biden und Harris stehen: die Corona-Pandemie, eine ungleiches Wirtschafts- und Rechtssystem und den Klimawandel.

19.08 Uhr: Angela Merkel gratuliert Joe Biden

Angela Merkel gratuliert Joe Biden zum Gewinn der Wahl. In einem Statement äußerte sich die deutsche Kanzlerin: „Die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger haben entschieden. Joe Biden wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich wünsche ihm von Herzen Glück und Erfolg und gratuliere ebenso Kamala Harris, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes.

Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit mit Präsidenten Biden. Unsere transatlantische Freundschaft ist unersetzlich, wenn wir die großen Herausforderungen dieser Zeit bewältigen wollen.“

18.57 Uhr: Biden gewinnt laut US-Medien auch in Nevada

Der neu gewählte Präsident Joe Biden hat Prognosen von Medien zufolge bei der US-Wahl auch im wichtigen Bundesstaat Nevada gesiegt. Das ging am Samstag aus übereinstimmenden Vorhersagen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox hervor.

Damit sicherte Biden sich die Stimmen sechs weiterer Wahlleute und verbessert nochmal seine Position im absehbaren juristischen Kampf gegen den bisherigen Amtsinhaber Donald Trump um das Wahlergebnis.

18.50 Uhr: Tausende jubeln und feiern in US-Großstädten nach Wahlsieg Bidens

Nur Sekunden, nachdem mehrere US-Medien den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden am Samstag zum Sieger der Wahl in den USA erklärt haben, ist in vielen Großstädten großer Jubel ausgebrochen. Auf den Straßen New Yorks klatschten, schrien und jubelten die Menschen. Hunderte strömten Samstagmittag (Ortszeit) zum Times Square und feierten. Viele Autofahrer betätigten pausenlos ihre Hupen. Auch nach einer Stunde hatte der andauernde Applaus noch kein Ende genommen.

Fernsehsender zeigten auch Bilder aus Philadelphia in Pennsylvania mit feiernden Menschen. Kurz nachdem einige noch ausstehende tausend Stimmen von dort bekanntgegeben wurden, hatten US-Sender Joe Biden zum Sieger ausgerufen. Auch vor dem Weißen Haus in Washington jubelten die dort versammelten Demonstranten.

Die Metropolen an der US-Ostküste gelten als liberal und demokratisch, Joe Biden hat dort ersten Ergebnissen zufolge den weit überwiegenden Teil der Stimmen geholt. New York ist aber auch die Geburtsstadt des noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump.

18.47 Uhr: CNN-Journalist bricht vor laufenden Kameras in Tränen aus

Nur kurz nachdem der amerikanische Sender CNN den Biden-Sieg verkündete, brach der Journalist Van Jones in Tränen aus.

Mit brüchiger Stimme verkündete er: „Es ist heute Morgen einfacher Eltern zu sein. Es ist einfacher Vater zu sein. Es ist einfacher den Kindern zu erzählen, dass Charakter zählt. Es ist wichtig. Sag ihnen, dass die Wahrheit wichtig ist.“

Van Jones sprach von einem schlimmer gewordenen Rassismus im Land. „Du gehst in einen Laden und Leute, die Angst hatten, ihren Rassismus zu zeigen, werden ekelhafter und ekelhafter zu dir. Und du hast Angst um deine Kinder, hast Angst um deine Schwester“, sagte er.

Der 52 Jahre alte Politikwissenschaftler Jones gibt bei CNN seine Einschätzung zu politischen Themen ab und war auch bei der Berichterstattung um die Wahl häufig zu sehen.

18.42 Uhr: Vor dem Weißen Haus knallen die Korken

Nicht nur in New York feiern die Menschen auf den Straßen, auch in Washington D.C. knallen die Korken. Videos im Netz zeigen feiernde Biden-Unterstützer vor dem Weißen Haus. Zwei Frau köpfen je eine Falsche Sekt und werden von der Menge gefeiert und gefilmt.

18.29 Uhr: Kamala Harris gratuliert im Sportdress

Die vermutlich neue Vizepräsidentin Kamala Harris teilt via Twitter ein Video, wie sie Joe Biden zur Präsidentschaft gratuliert. Im lockeren Sportdress sagt sie am Telefon: „Wir haben es geschafft, Joe. Du wirst der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.“

Kamala Harris wäre die erste Frau, erste Schwarze und erste Asiatin, die Vizepräsidentin der USA wird.

18.26 Uhr: Erleichterung in Deutschland nach Sieg Bidens bei US-Wahl

Der Sieg Joe Bidens bei der US-Präsidentenwahl hat in Deutschland für Erleichterung gesorgt. „Die Welt atmet auf“, schrieb der CDU-Politiker Friedrich Merz am Samstag auf Twitter. „Mit Ihnen gibt es eine Chance, dass Europa und Amerika wieder besser zusammenarbeiten und gemeinsam für Frieden und Freiheit auf der Welt einstehen.“ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schrieb: „Demokratie ist einfach großartig!“

Linken-Chefin Katja Kipping schrieb, die Wahl von Joe Biden sei zwar eine gute, wenn auch keine beruhigende Nachricht. Mit Blick auf das überraschend gute Ergebnis des unterlegenen Amtsinhabers Donald Trump schrieb sie: „Knapp die Hälfte der Stimmen bekam ein großmäuliger Lügner, der täglich seine Verachtung für Demokratie, Frauen und alle, die ihm zu widersprechen wagten, gezeigt hat. Donald Trumps Aufruf, das Auszählen der Stimmen zu stoppen, offenbart seine Missachtung gegenüber der Demokratie.“

18.21 Uhr: Biden meldet sich erstmals zu Wort

Der nach übereinstimmenden Medienberichten neue US-Präsident Joe Biden meldet sich erstmal nach der Verkündung seines Wahlsiegs zu Wort: „Amerika, ich fühle mich geehrte, dass ihr mich gewählt habt um unsere wunderbares Land zu führen. Die Arbeit, die vor uns steht, wird hart sein, aber ich verspreche euch eins: Ich werde der Präsident aller Amerikaner sein – egal ob ihr mich gewählt habt oder nicht.“

18.06 Uhr: Donald Trump will Ergebnis nicht anerkennen

US-Präsident Donald Trump will einen Sieg seines Herausforderers Joe Biden bei der Wahl in den USA nicht anerkennen. „Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist“, teilte der republikanische Amtsinhaber am Samstag mit. Zuvor hatten US-Medien Biden übereinstimmend als Sieger der Präsidentenwahl ausgerufen.

„Wir alle wissen, warum Joe Biden sich voreilig fälschlicherweise als Sieger ausgibt und warum seine Medienverbündeten so sehr versuchen, ihm zu helfen: Sie wollen nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, erklärte Trump. „Joe Biden ist nicht als Sieger irgendeines Staates bestätigt, ganz zu schweigen von den stark umkämpften Staaten.“

17.27 Uhr: CNN verkündet Wahlsieg von Biden

Der Fernsehsender CNN ist sich sicher: Joe Biden ist der 46. Präsident der USA. Auch die Nachrichtenagentur AP schließt sich dieser Einschätzung an. Nach Rechnungen hätte Biden in Pennsylvania gewonnen und somit 20 Wahlmänner zugeschrieben bekommen. Damit hätte Joe Biden 273 Wahlstimmen, er benötigt 270 für den Sieg.

Vorausgegangen war eine große Aufholjagd Bidens bei der Auszählung der Stimmen. Trump hatte am Mittwochmorgen (Ortszeit) noch mit mehr als 600 000 Stimmen vorne gelegen. Das lag daran, dass in Pennsylvania zunächst die Stimmen vom Wahltag gezählt wurden - und die fielen mehrheitlich für Trump aus. Die Frühwähler, die eher für Biden stimmten, wurden erst später ausgewertet. Bei der Wahl 2016 konnte sich Trump in Pennsylvania sehr knapp durchsetzen. Er lag nur 0,7 Prozentpunkte vor seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton.

16.28 Uhr: Twitter versteckt Trump-Tweets hinter Warnhinweisen

Die Nachrichtenplattform Twitter hat erneut den Zugang zu mehreren Botschaften von US-Präsident Donald Trump wegen unbelegter Behauptungen über Betrug bei der US-Wahl eingeschränkt. Vier Tweets wurden am Samstag hinter Warnhinweisen versteckt. In den Hinweisen hieß es: „Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind umstritten und möglicherweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess“.

Seit der Präsidentenwahl am Dienstag behauptet Trump immer wieder und ohne Beleg, dass es bei der Abstimmung Betrug zu seinen Ungunsten gegeben habe.

15.05 Uhr: CNN sieht Joe Biden nah am Sieg

Noch ruft CNN Joe Biden nicht als gewählten neuen Präsidenten aus (President-elect), doch der Sender lässt keinen Zweifel mehr aufkommen, dass das nun noch eine Frage der Zeit ist. Erwartet werden neue Auszählungsergebnisse aus Pennsylvania, Arizona und Nevada. Auf der Internetseite des Senders heißt es „Biden nears victory“ – Biden nähert sich dem Sieg.

Auch Experte Steve Kornacki MSNBC rechnete am Samstag vor, dass der Trend bei der Auszählung eindeutig für Joe Biden in Pennsylvania spricht:

13.50 Uhr: Darum dauert die ganze Auszählung der US-Wahl 2020 so lange

Viele fragen sich, wieso die Amerikaner mehrere Tage brauchen, um die restlichen zehntausenden Stimmzettel auszuzählen. Das Nachrichtenportal Focus Online nennt mögliche Gründe. Zum einen wären die Behörden aufgrund des engen Zwischenstandes und der Betrugsvorwürfe von Donald Trump darum bemüht, besonders sorgfältig zu arbeiten, zum anderen gab es diesmal überdurchschnittlich viele Briefwähler. In North Carolina und Pennsylvania wurden zudem Briefwahlstimmen noch bis Freitag akzeptiert, wenn sie spätestens am Wahltag 3. November abgestempelt wurden, in Nevada sind sie sogar mit diesem Poststempel gültig, wenn sie noch bis zum 10. November eintreffen!

Focus Online zählt aber noch einen weiteren Grund auf: Viele der restlichen Wahlzettel sind heikel, weil sie geknickt oder falsch unterschrieben wurden, oder unklar angekreuzt sind. Hier müssen Experten kommen und entscheiden, ob die Stimme gültig ist. Dazu gehören auch sogenannte „Provisional Ballots“, vorläufige Wahlzettel, bei denen die Identität des Wählers noch aufwändig überprüft werden muss, weil er nicht im Wählerverzeichnis steht, die verzeichnete Adresse veraltet ist oder er seinen Ausweis vergessen hatte.

11.32 Uhr: Trump-Kampagne motzt eigene Anhänger an

In einem ungewöhnlich aggressiven Tonfall geht das Trump-Team nun die eigenen Anhänger an. Es verschickte pampige Fundraising-E-Mails, offenbar an Anhänger, die bisher nichts gespendet haben. „Das ist deine LETZTE MITTEILUNG“, heißt es in der Mail. „Bisher hast du alle unsere E-Mails ignoriert, in denen wir dich gebeten haben, DIE WAHL ZU VERTEIDIGEN. Du hast das Team Trump Eric, Lara, Don, den Vizepräsidenten UND sogar den Präsidenten der Vereinigten Staaten ignoriert. ZEHNTAUSENDE Patrioten haben uns in den 48 Stunden ZUM ALLERERSTEN MAL verstärkt - warum du nicht?“

+++ US-Wahl 2020: So betrachtet hätte Donald Trump tatsächlich haushoch gewonnen +++

Die E-Mail drückt aus, wie angespannt die Lage im Trump-Team ist. Sie ist wohl auch ein Indiz dafür, wie dringend die Kampagne neues Geld braucht, zum einen um bestehende Wahlkampfschulden auszugleichen, zum anderen für künftige Anwaltskosten und die zu zahlenden Millionenbeiträge für angestrebte Neuauszählungen in den Bundestaaten. Zwar kann ein Kandidat eine Neuauszählung beantragen, er muss sie dann aber selbst zahlen.

+++ Ivanka Trump: Lässt sie ihren Vater im Stich? Ihre Reaktion ist auffällig +++

7.05 Uhr: Joe Biden rechnet mit deutlichem Sieg mit mehr als 300 Wahlleuten

Joe Biden hat die US-Bürger in einer besonnenen Rede am späten Freitagabend (Ortszeit) zur Einigkeit aufgerufen. „Es ist an der Zeit, dass wir als eine Nation zusammenkommen um zu heilen“, sagte er in seiner Heimatstadt Wilmington (Delaware). Der Kandidat zeigte sich zuversichtlich, dass er die US-Wahl gewonnen habe, verzichtete aber darauf, sich bereits zum Sieger auszurufen.

Die bisherigen Zahlen zeigten „klar und überzeugend: Wir werden diese Wahl gewinnen“, so Biden. Er sei auf bestem Wege mehr als 300 Wahlleute zu gewinnen - deutlich mehr als die für den Gesamtsieg notwendigen 270 Wahlleute.

Gleichzeitig rief der Kandidat zur Geduld auf, solange die Auszählung dauere: „Vergesst nie, diese Stimmzettel sind nicht nur Zahlen, sie repräsentieren abgegebene Stimmen. Diese Männer und Frauen, die ihr Grundrecht ausgeübt haben.“

Biden kündigte bei seiner Rede außerdem an, im Falle seines Wahlsieges unverzüglich gegen die Corona-Krise vorzugehen. Jeder solle wissen, „dass wir ab Tag eins unseren Plan umsetzen werden, dieses Virus unter Kontrolle zu bringen“. Er wolle „viele Leben retten“.

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Mehr zur US-Wahl 2020:

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Freitag, 6. November

20.05 Uhr: Republikaner und Ex-Präsidentschaftskandidat Romney kritisiert Trump

Mitt Romney, Senator von Massachusetts und selbst Präsidentschaftskandidat 2012 für die Republikaner (Niederlage gegen Barack Obama), hat Donald Trump wegen dessen Betrugsvorwürfen scharf kritisiert. Romney sieht es zwar als legitim an, dass Trump rechtliche Schritte gegen das Wahlergebnis ergreifen wolle. Allerdings habe der Präsident Unrecht, „wenn er sagt, dass die Wahl gefälscht, fehlerhaft und gestohlen war. Das schadet der Sache der Freiheit hier und auf der ganzen Welt. Er schwächt damit die Institutionen, die das Fundament der Republik bilden, und facht gefährlichen Zorn an.“

17.55 Uhr: Trump wirft Verstoß gegen US-Verfassung vor

Jetzt legt Trump richtig los! In einem weiteren Tweet wirft er dem Gouverneur von Pennsylvania, dem Demokraten Tom Wolf, den Verstoß gegen die US-Verfassung vor! Trump: „Der Gouverneur Wolf und der Oberste Staatsgerichtshof haben offenkundig gegen die Verfassung der USA verstoßen!“

Unabhängige Wahlbeobachter (auch aus Deutschland) sehen dafür keinerlei Belege, halten das Zählverfahren für transparent und internationaler Norm entsprechend.

17.15 Uhr: Oppositionsführerin Pelosi: „Haben den Krieg gewonnen“

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses und Oppositionsführerin Nancy Pelosi von den Demokraten hat in einer öffentlichen Stellungnahme eine Kampfansage an Trump und seine Republikaner gemacht: „We did win the war“ („Wir haben den Krieg gewonnen“). (red mit dpa)