US-Wahl 2020: Kandidaten der Grünen, Libertären und Kayne West gehen unter

So funktioniert die US-Wahl

Am 3. November wird in den Vereinigten Staaten der Präsident gewählt. Wir erklären einige Besonderheiten der US-Wahl.

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Vor der US-Wahl ist nur die Rede von Donald Trump und Joe Biden, die beiden Präsidentschaftskandidaten der Republikaner und Demokraten. Doch auch wenn die USA noch immer ein Zwei-Parteien-System sind, gibt es einige kleine Parteien. Deren Präsidentschaftskandidaten können letztlich die Wahl entscheiden, auch wenn sie nur wenige Prozentpunkte holen. Vor vier Jahren verlor Hillary Clinton bereits wichtige Stimmen - etwa im Schlüsselstaat Michigan.

Ein Kurzporträt von Jo Jorgensen (Libertäre Partei), Howie Hawkins (Grüne) und dem Rapper Kayne West. Welche Ziele und Chancen haben sie bei der US-Wahl 2020?

Update 4. November 2020: Grüne und Libertäre sowie Kayne West gehen bei US-Wahl 2020 unter

Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt, doch es scheint so, als würden die Kandidaten der kleinen Parteien bei dieser Wahl eine noch geringere Rolle spielen als sowieso schon im Zweiparteien-System. In der Polarisierung zwischen den Lagern von Donald Trump und Joe Biden scheinen sie ziemlich untergegangen zu sein.

Während der Libertäre Gary Johnson 2016 noch über vier Millionen Wählerstimmen holen konnte, liegt Jo Jorgensen, die diesmal für die Libertarian Party angetreten ist, aktuell bei nur rund 1,6 Millionen Stimmen. Johnson holte 3,27 Prozent, während Jorgensen momentan nur bei 1,1 Prozent Stimmanteil liegt.

Enttäuschend auch das Ergebnis von Howie Hawkins von der Green Party. Er kommt aktuell nur auf etwa 315.000 Stimmen und 0,2 Prozent Stimmanteil. Seine Parteifreundin Jill Stein kam 2016 noch auf über 1,4 Millionen Stimmen. Offenbar konnte Joe Biden mit seinen Ideen eines Green New Deal grüne Wähler für sich gewinnen.

Kayne West kam landesweit auch nur auf wenige Tausende Stimmen. Der Star blamierte sich damit ziemlich mit seiner Kampagne. Er deutete über Twitter seine erneute Kandidatur 2024 an:

US-Wahl: Jo Jorgensen, Howie Hawkins und Kayne West könnten die Wahl entscheiden

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Mehr zur US-Wahl:

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Jo Jorgensen (Libertarian Party):

  • Die 63-jährige Psychologie-Dozentin aus Illinois tritt an.
  • Jorgensen will einen sehr schlanken Staat und umfangreiche Steuerkürzungen.
  • Außenpolitisch will Jorgensen, dass die USA „eine große Schweiz“ werden, nämlich neutral.
  • Die US-Truppen sollen aus Auslandseinsätzen zurückgezogen werden.
  • Die Libertäre Partei tritt als einzige dritte Partei in allen 50 Bundestaaten an.
  • Bei der Wahl 2016 holte der libertäre Präsidentschaftskandidat Gary Johnson 4,5 Millionen Stimmen (3,27 Prozent).
  • Jo Jorgensen strebt einen ähnlichen Stimmenanteil an.

Howie Hawkins (Green Party):

  • Der 67-jährige Gewerkschafter und Umweltaktivist tritt für die Grünen an.
  • Er ist Mitbegründer der Green Party in den USA
  • Hawkins tritt außerdem für die Parteien 'Legales Marihuana Jetzt', 'Sozialistische Alternative', 'Sozialistische Partei der Vereinigten Staaten' und 'Solidarität' an.
  • Er will das Militärbudget um 75 Prozent verringern und das Steuergeld in einen Green New Deal investieren.
  • Außerdem fordert Howie Hawkins einen Mindestlohn von 20 US-Dollar, ein garantiertes Mindesteinkommen, Krankenversicherungsschutz für alle und eine Legalisierung von Marihuana.
  • Im Jahr 2016 trat noch Jill Stein für die Grünen an. Sie holte 1,45 Millionen Stimmen (1,06 Prozent).

Kayne West (Birthday Party)

  • Der 43-Jährige Rapper und Musikproduzent hat am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag, völlig überraschend seine Kandidatur angekündigt.
  • Der Megastar und Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian galt bislang als Unterstützer von Donald Trump.
  • Kayne West tritt für die 'Birthday Party' an, jedoch nur in zwölf der 50 Bundesstaaten.
  • Somit ist es auch theoretisch unmöglich, dass Kayne West US-Präsident werden könnte.
  • Demokraten halten seine Kandidatur für ein Wahlmanöver der Republikaner, weil Kayne West Stimmen von Afroamerikanern zu Lasten von Joe Biden abziehen könnte.

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Weitere Präsidentschaftskandidaten bei der US-Wahl 2020: Auch Phil Collins tritt an

Neben den diesen drei Außenseiter-Kandidaten stehen in den Bundestaaten noch viele weitere zumeist unbekannte Kandidaten auf den Wahlzetteln. In Colorado und Vermont kann man beispielsweise sogar aus jeweils 21 Kandidaten auswählen.

Die Prohibition Party, die ein vollständiges Alkoholverbot wie in den 1920er-Jahren zurückhaben will, schickt den Kandidaten Phil Collins ins Rennen. Der heißt zwar so, ist aber nicht der gleichnamige britische Musiker.

+++ Lesen Sie auch: USA-Experte Elmar Theveßen (ZDF) im Interview: „Das Zwei-Parteien-System in den USA ist ein Fluch“ +++

 
 

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