US-Jets bombardieren Hauptquartier der Al-Nusra-Front

Die US-Luftwaffe fliegt nicht nur Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, auch andere radikale Terrorgruppen in Syrien bleiben Ziele.
Die US-Luftwaffe fliegt nicht nur Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, auch andere radikale Terrorgruppen in Syrien bleiben Ziele.
Foto: dpa
US-Flugzeuge haben erneut den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida ins Visier genommen. Bei dem Angriff auf ein Hauptquartier der radikalen Al-Nusra-Front sind laut Berichten der Beobachtungsstelle für Menschenrechte auch Kinder ums Leben gekommen. Die Opposition sprach von einem Massaker.

Damaskus. Die US-Luftwaffe hat im Nordwesten Syriens die radikale Al-Nusra-Front bombardiert, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen bei den Angriffen in der Nacht zum Donnerstag mehrere Menschen ums Leben, darunter auch zwei Kinder. Das oppositionelle Netzwerk Scham berichtete von vier toten Kindern und warf den USA "ein Massaker" vor.

Den syrischen Menschenrechtlern zufolge nahm die US-Luftwaffe unter anderem ein Hauptquartier der Al-Nusra-Front in der Stadt Harim ins Visier. Das Scham-Netzwerk meldete unter Berufung auf Aktivisten, unter den Trümmern des Gebäudes lägen noch immer viele Verletzte.

Laut der US-Zeitschrift "Foreign Policy" galten die Angriffe der Terrorgruppe Chorasan, die mit der Al-Nusra-Front verbündet ist. Die USA hätten die Gruppe fünfmal angegriffen, berichtet die Zeitschrift auf ihrer Internetseite unter Berufung auf einen Offiziellen des Pentagons. Zu Chorasan sollen Al-Kaida-Veteranen gehören, die angeblich Anschläge im Westen planen.

Al-Nusra-Front ist auf dem Vormarsch

Bereits Ende September hatte die US-Luftwaffe die Al-Nusra-Front und Chorasan angegriffen. Damals wollte Washington nach eigenen Angaben geplante Anschläge in den USA verhindern. Al-Nusra-Front und Chorasan haben zwar eine ähnliche Ideologie wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), sind aber mit ihr verfeindet.

Die Al-Nusra-Front hatte in den vergangenen Tagen im Nordwesten Syriens nahe der Stadt Idlib mehrere Orte erobert, die unter Kontrolle gemäßigter Rebellen standen. Sie kämpfte dabei auch gegen Oppositionsgruppen, die von den USA unterstützt werden. Washington will gemäßigte Rebellen aufrüsten und trainieren, damit sie in Syrien am Boden gegen den IS vorgehen.

Chemiewaffen-Anlagen sollen zerstört werden

Bei den neuen Luftschlägen im Nordwesten Syriens griffen die USA zudem erstmals die islamistische Rebellenmiliz Ahrar al-Scham an, wie die Beobachtungsstelle berichtete. Sie gehört zur Islamischen Front, einem Zusammenschluss verschiedener islamistischer Gruppen. Ahrar al-Scham gilt als gemäßigter als die Al-Nusra-Front und der IS.

Indessen soll in Syrien in diesem Monat mit der Zerstörung von Produktionsanlagen für Chemiewaffen begonnen werden. Wie der Präsident des UN-Sicherheitsrates, der Australier Gary Quinlan, in New York mitteilte, will die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) bis zum Sommer zwölf Anlagen abbauen.

Syrien hatte nach internationalem Druck eingewilligt, alle seine Chemiewaffen wie etwa die Giftgase Sarin und Senfgas und die Produktionskapazitäten zu vernichten. Die Giftgas-Reste werden unter anderem in Deutschland entsorgt. (dpa)