US-Gericht erlaubt umstrittenes Medikament bei Hinrichtungen

Viele US-Staaten erlauben Hinrichtungen - aber qualvolle Schmerzen dürfen die Verurteilten dabei laut Verfassung nicht erleiden.
Viele US-Staaten erlauben Hinrichtungen - aber qualvolle Schmerzen dürfen die Verurteilten dabei laut Verfassung nicht erleiden.
Foto: dpa
Trotz des qualvollen Todes bei Hinrichtungen erlaubt das höchste US-Gericht weiterhin die Beimischung des umstrittenen Medikaments Midazolam im Giftcocktail.

Washington.. Qualvolle Begleitschafterscheinungen beim Vollzug der Todesstrafe sind in Amerika doch mit der Verfassung vereinbar. Das ist das Fazit eines mit 5:4 Stimmen ergangenen Urteils des Obersten Gerichtshofs zum Gebrauch des starken Beruhigungsmittels Midazolam in Giftspritzen-Cocktails. Drei Todeskandidaten aus Oklahoma hatten auf ein Verbot des Stoffes geklagt, nachdem 2014 bei mehreren Hinrichtungen Straftäter teilweise 45 Minuten lang röchelten und krampften, bis der Herzstillstand eintrat.

Die konservative Mehrheit des Gerichts hatte bei der Anhörung im Frühjahr durchblicken lassen, dass sie den Standpunkt der Kläger nicht teilt. Während linksliberale Richter wie Stephen Breyer ein „verfassungsmäßig inakzeptables Risiko von Schmerzen" erkannten, bezeichneten die Konservativen um Samuel Alito die Klage als „Guerilla-Krieg“ gegen die Todesstrafe.

Die Anwendung eines Gift-Cocktails, nötig geworden, nachdem europäische Pharmazeutik-Unternehmen traditionelle Stoffe wie Pentobarbital nicht mehr liefern, stelle keine unmenschliche Bestrafung dar, so Alito. Letzteres wäre nach der US-Verfassung verboten. Etliche Hinrichtungen waren zuletzt mit Rücksicht auf den „Supreme Court“ zurückgestellt worden. Gegner der Todesstrafe rechnen nun damit, dass vermehrt Urteile vollstreckt werden.

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